Ein Schüler der sechsten Klasse ist in Pakistan nach einer brutalen Bestrafung durch seinen Schuldirektor verstorben. Der Junge Halmat Kan erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, nachdem er mit einem Stock am Kopf, im Gesicht und am Rücken geschlagen worden war.
Laut Polizeiberichten hatte der Direktor Wakar Ahmed den Schüler während einer Schulversammlung vor versammelten Mitschülern gezüchtigt. Mitschüler berichteten, dass die Gewalttat wegen eines vermeintlich geringfügigen Vergehens erfolgte. Der Direktor wurde inzwischen festgenommen, die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet.
Verbotene Praxis
Obwohl körperliche Züchtigung in Pakistan seit 2021 gesetzlich verboten ist, kommt es in Bildungseinrichtungen weiterhin zu Gewalt gegen Kinder. Das Verbot wurde nach mehreren tödlichen Misshandlungsfällen in Schulen, Arbeitsstätten und religiösen Einrichtungen erlassen.
⇢ Nur 20 Jahre Haft für Missbrauch von 300 Kindern
Pakistan verzeichnet mit geschätzten 24 Millionen Kindern die zweithöchste Zahl an Schulabbrechern weltweit.
Behördliche Reaktion
Kinderrechtsorganisationen zufolge nennen viele Betroffene die Angst vor körperlicher Bestrafung durch Lehrkräfte als Hauptgrund für ihr Fernbleiben vom Unterricht. Der zuständige Polizeibeamte des pakistanischen Bezirks Khyber, Rai Mazhar Ikbal, stellte klar: „Gewalt gegen Kinder und Frauen wird unter keinen Umständen toleriert.“
Er betonte die Schwere des Vergehens: „Niemand darf die ehrenvolle Rolle einer Lehrperson missbrauchen, um solche Grausamkeiten zu begehen. Ein Lehrer sollte ein geistiger Beschützer sein, doch dieser Mann hat die Würde des Berufsstandes beschmutzt.“