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Mordversuch

Mann schoss Freundin Pfeil in die Wange!

Mann schoss Freundin Pfeil in die Wange!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein 38-jähriger Grazer steht nächste Woche vor Gericht, weil er versucht haben soll, seine Partnerin mit einem Sportbogen zu töten. Der Vorfall aus dem vergangenen September wiegt schwer: Der Mann soll auf die schlafende 42-Jährige geschossen haben. Beide stammen aus der Drogenszene und kannten sich zum Tatzeitpunkt erst seit etwa zehn Tagen.

Bereits zu Beginn ihrer kurzen Beziehung soll es aufgrund seiner Eifersucht zu Spannungen gekommen sein. In der Tatnacht hielten sich beide zusammen mit einem Freund des Mannes in dessen Wohnung auf, wo sie Rauschmittel konsumierten.

Nachdem das Paar sich schlafen gelegt hatte, stand der Grazer nach ein bis zwei Stunden wieder auf, konsumierte weitere Drogen und reinigte seinen Sportbogen. Laut Anklageschrift richtete er die Waffe dann plötzlich auf seine schlafende Partnerin und schoss. Der Pfeil durchdrang ihren Körper im Bereich der Nieren und verursachte lebensgefährliche Verletzungen. Als die Frau durch den Schmerz erwachte, soll der 38-Jährige erneut geschossen haben. Dieser zweite Pfeil streifte ihre Schulter und bohrte sich durch ihre Wange in den Kopf.

Anschließend flüchtete der mutmaßliche Täter, verschloss das Zimmer und verließ mit seinem Bekannten die Wohnung. Der Freund gab später an, von den Schüssen nichts mitbekommen zu haben. Der Angeklagte fuhr mit seinem Wagen davon, setzte seinen Begleiter in Seiersberg ab und setzte seine Flucht in die Südsteiermark fort.

Wundersames Überleben

Die schwer verletzte Frau kämpfte sich unterdessen zu ihrem Mobiltelefon und wählte trotz des in ihrer Wange steckenden Pfeils den Notruf. Die Rettungskräfte konnten ihren Standort nach einigen Schwierigkeiten ermitteln und schickten einen Notarzt. Die behandelnden Mediziner bezeichneten ihr Überleben später als nahezu wundersam.

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Dramatische Festnahme

Währenddessen verunfallte der flüchtige 38-Jährige mit seinem Fahrzeug in der Südsteiermark. Er nahm die Hilfe eines Landwirts sowie des ÖAMTC in Anspruch, die anschließend seinen Aufenthaltsort an die bereits nach ihm fahndende Polizei weitergaben. Ein Polizeihubschrauber lokalisierte schließlich sein Auto.

Als Beamte aus sicherer Entfernung Kontakt aufnahmen, zeigte er keine Bereitschaft, sich zu ergeben. Stattdessen rief er: „Wegen der gehe ich nicht den Häfen.“ Er feuerte mit einer Schreckschusspistole und hantierte mit einer Schrotflinte. Als er diese auf die Einsatzkräfte richtete, eröffneten diese das Feuer und trafen ihn. Obwohl er lebensgefährlich verletzt wurde und die medizinische Versorgung verweigern wollte, um zu sterben, konnte er gerettet werden.

Der Beschuldigte hat die Schüsse auf die Frau eingeräumt, bestreitet jedoch eine Tötungsabsicht. Der Prozess beginnt am Dienstag und wird am Donnerstag fortgesetzt.

Drogenszene und Gewalt

Der Fall reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Laut dem aktuellen Sicherheitsbericht der Stadt Graz werden zunehmend Zusammenhänge zwischen Drogenkonsum und schweren Gewaltdelikten festgestellt. 2024 verzeichnete die Steiermark einen deutlichen Anstieg an Delikten im Zusammenhang mit Suchtmittelkonsum. Experten aus dem Bereich der Suchtprävention betonen, dass besonders im städtischen Drogenmilieu das Risiko für eskalierende Gewalt durch akuten Konsum und psychische Instabilität deutlich erhöht ist.

Im Justizbereich sorgen ähnlich gelagerte Straftaten in letzter Zeit vermehrt für Debatten über die Notwendigkeit spezialisierter Hilfsangebote und Präventionsprogramme für drogenabhängige Gewaltopfer und -täter.

Es gilt die Unschuldsvermutung.