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CORONAVIRUS

Medizin-Experte: Das droht Impf-Verweigerern

(FOTOS: Facebook/Thomas Szekeres, iStockphoto)

Ab Dezember könnte es schon eine Corona-Impfung geben. Doch Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres sieht die große Herausforderung darin, die österreichische Bevölkerung davon zu überzeugen.

Mit 5. Dezember starten in Österreich die Corona-Massentests der Bevölkerung (KOSMO berichtete). Im ersten Test-Schritt soll das Lehrpersonal getestet werden, danach folgen die Polizisten und schließlich die gesamte Bevölkerung. Die Testungen sollen, wie mehrfach betont wurde, freiwillig passieren. Die Erfahrungen, die man aus diesem Prozess ziehen wird, sollen laut Bundeskanzler Sebastian Kurz dann auch in die Massenimpfung einfließen, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht. Doch die Bevölkerung von dieser Impfung zu überzeugen könnte schwierig werden…

Am Dienstagabend war Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres zum Thema Corona-Impfung in der ORF-„ZiB2“ zu Gast bei Moderator Armin Wolf. Dabei zeigte sich Szekeres äußerst überzeugt von der künftigen Impfung: „Ja, selbstverständlich“ werde er sich sofort impfen lassen, erklärte er in dem Interview. Erfahrungen mit der Impfung gebe es schon, sonst könne es keine Zulassung geben. Es seien bereits „Zigtausende Menschen“ geimpft worden, ohne Nebenwirkungen, so der Ärztekammer-Präsident. Zwar sei die Entwicklung des Impfstoffes recht rasch passiert, „ich bin mir aber sicher, dass nicht an der Sicherheit gespart wurde“, betonte Szekeres.

Impfquote sei Überzeugungsarbeit
Zweifel äußerte der Medizin-Experte hingegen darüber, die breite Bevölkerung von der Wirkung und Sinnhaftigkeit der Corona-Impfung überzeugen zu können. Für eine hohe Impfquote brauche es daher auch Überzeugungsarbeit, so der Experte: „Bei der Zeckenimpfung ließen sich die meisten Menschen in Österreich impfen, bei der Grippeimpfung nicht.“ Es gehe da um Aufklärung, was die Coronaimpfung betreffe, so Szekeres, auch darüber, dass sie sicher sei. 

Mögliche Konsequenzen bei Nicht-Impfung
Eine Pflicht zur Impfung werde es laut Meinung des Experten nicht geben. Es werde aber mit Sicherheit so sein, dass nicht Geimpfte nicht mit Schwerkranken Kontakt haben dürften. Dass Ungeimpfte von Auslandsreisen oder Veranstaltungen ausgeschlossen würden, was auf eine indirekte Impfpflicht hinauslaufe, könne sich Szekeres nicht vorstellen. 

Bezüglich der geplanten Massentests seien jedoch auch Wiederholungen vorgesehen. Denn ein negativer Test besage nicht, dass man nicht wenig später positiv sein könnte und „ein Freibrief zum Partyfeiern ist es nicht“, so Szekeres. Bei den Massentest würden nun alle zusammen halten müssen, damit es funktioniere. 

Dritten Lockdown vermeiden
„Ich bin zuversichtlich, dass die Menschen Maske tragen und Abstand halten“, sagte Szekeres. Das brauche es auch, um die Infektionskette zu durchbrechen, statt auf einen dritten Lockdown zuzusteuern. Wenn sich die Österreicher an die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und an die Empfehlungen der Experten halten, „dann kann man schneller öffnen, wenn die Zahlen aber hoch bleiben, muss man vorsichtig sein“.