Falsche Versprechen, gefälschte Pässe, erzwungene Prostitution – hinter einem Linzer Massagestudio verbirgt sich ein internationales Netzwerk.
Polizei und Magistrat Linz haben im vergangenen Juli gemeinsam eine Schwerpunktaktion gegen illegale Wohnungs- und Hotelprostitution durchgeführt. Im Zuge dieser koordinierten Maßnahme wurde ein Massagestudio ausgeforscht, in dem mehrere Frauen – überwiegend chinesische Staatsangehörige – ohne gültigen Aufenthaltstitel angetroffen wurden. Die Überprüfung der Räumlichkeiten ergab, dass dort in rechtswidriger Weise sexuelle Dienstleistungen angeboten worden waren.
Zwang & Täuschung
Die Beamten stellten im Rahmen der Durchsuchung Bargeld, mehrere Mobiltelefone sowie Computer als Beweismittel sicher. Ebenfalls chinesische Staatsangehörige stehen im Verdacht, in großem Stil mit ihren Landsleuten Handel betrieben zu haben. Konkret sollen sie die betroffenen Frauen sowohl in Österreich als auch in Deutschland zur Ausübung der Prostitution gezwungen haben.
Die Einreise erfolgte den Ermittlungen zufolge größtenteils mithilfe gefälschter oder falscher Dokumente sowie über Schleppernetzwerke – die Route verlief dabei von Serbien über Italien nach Österreich beziehungsweise in andere mitteleuropäische Länder. Laut Polizei befanden sich die Frauen bereits vor ihrer Ausreise in einer prekären finanziellen Lage und standen unter erheblichem Druck. Unter dem Vorwand, in chinesischen Gastronomiebetrieben arbeiten und dadurch ihre Schulden abbauen zu können, wurden sie zur Einreise nach Österreich bewogen.
Nach ihrer Ankunft wurden ihnen die Reisepässe abgenommen.
Mehrere Festnahmen
Nach umfangreichen Ermittlungen erwirkte die Staatsanwaltschaft Linz mehrere Festnahmeanordnungen. Den Beschuldigten werden Zuhälterei, grenzüberschreitender Prostitutionshandel, falsche Beweisaussage, Geldwäsche sowie Urkundenfälschung zur Last gelegt. Die Erhebungen in diesem Fall dauern weiter an.