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Temposünder

Mit 77 durch die 50er-Zone: Millionär kassiert 95.500 Euro Strafe

Mit 77 durch die 50er-Zone: Millionär kassiert 95.500 Euro Strafe
(Foto: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Ein Schweizer Multimillionär raste mit 77 statt 50 km/h durch eine Tempo-Zone. Sein Bußgeld erreicht nun eine Summe, für die andere zwei Neuwagen kaufen könnten.

Ein Moment der Unachtsamkeit auf einer vertrauten Strecke, das Lieblingslied im Radio – und schon blickt ein Schweizer Multimillionär auf ein Bußgeld von 95.500 Euro. Der wohlhabende Autofahrer wurde mit 77 km/h in einer 50er-Zone erwischt, ein Tempoverstoß, der deutlich über der Toleranzgrenze lag.

Der Vorfall ereignete sich im August 2024 in Lausanne. Die astronomische Summe erklärt sich durch das Schweizer Rechtssystem, das Strafen nach dem Einkommen des Verkehrssünders bemisst. Wie das Portal „24 heures“ berichtet, gehört der Fahrer zu den 300 reichsten Personen der Schweiz mit einem geschätzten Vermögen im dreistelligen Millionenbereich – entsprechend hoch fällt sein Bußgeld aus.

Die Strafe setzt sich präzise zusammen: Das Gericht legte einen Tagessatz von 2.000 Franken zugrunde, der sich am hohen Einkommen des Verkehrssünders orientiert. Die Gesamtsumme von 90.000 Franken entspricht umgerechnet der genannten Summe von 95.500 Euro.

Bewährungsstrafe inklusive

Zum Vergleich: In Österreich würde derselbe Verstoß mit lediglich 60 bis 190 Euro geahndet. Allerdings entpuppt sich die Sanktion bei genauerer Betrachtung als weniger drakonisch: Der Verkehrssünder muss zunächst „nur“ 10.000 Franken (etwa 10.600 Euro) sofort begleichen. Die restlichen 80.000 Franken werden zur Bewährung ausgesetzt – hält sich der Millionär drei Jahre lang an die Verkehrsregeln, bleibt ihm diese Zahlung erspart.

Wiederholungstäter mit teurer Vergangenheit

Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall: Bereits vor acht Jahren wurde derselbe Fahrer wegen eines ähnlichen Delikts verurteilt. Damals erhielt er eine Strafe von 60.000 Franken sowie eine sofortige Buße von 10.000 Franken. Die erneute Verfehlung führte nun zur noch höheren Bestrafung.

Internationale Praxis

Das einkommensabhängige Bußgeldsystem ist keine Schweizer Besonderheit. Auch in Finnland werden Strafen nach dem Geldbeutel bemessen – dort musste 2023 ein Raser, der eine 50er-Zone um 32 km/h überschritt, sogar 121.000 Euro zahlen.

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KO KOSMO-Redaktion
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