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Familienschmuggel

Mit Kindern auf Koks-Tour: Mutter schmuggelte Drogen für 700.000 Euro

Mit Kindern auf Koks-Tour: Mutter schmuggelte Drogen für 700.000 Euro
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Eine 37-jährige türkische Staatsbürgerin steht seit Donnerstag vor dem Landesgericht Salzburg unter schwerem Verdacht: Hinter vermeintlich harmlosen Familienausflügen soll sich ein ausgeklügeltes Drogenschmuggelsystem verborgen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, am Handel mit rund 14 Kilogramm Kokain im Verkaufswert von etwa 700.000 Euro beteiligt gewesen zu sein. Besonders erschwerend: Ihre drei Kinder sollen bei den Fahrten gezielt als Tarnung eingesetzt worden sein.

Die Ermittlungsbehörden stufen die Angeklagte keineswegs als unbedeutende Randfigur ein. „Sie soll zur Beschaffung in den Niederlanden und zum Verkauf in Österreich mit einem bereits verurteilten Täter zusammengearbeitet haben“, erläutert Ricarda Eder, die als Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg fungiert. Der Frau wird zur Last gelegt, in den Niederlanden die Verbindung zu Drogenlieferanten hergestellt, die Transportfahrten koordiniert und teilweise finanziert zu haben.

Kinder als Tarnung

Bei drei dieser Fahrten sei sie persönlich anwesend gewesen – stets mit dem Kalkül, bei Polizeikontrollen einen gewöhnlichen Familienurlaub vortäuschen zu können. Die Anklage geht davon aus, dass es sich hierbei um eine bewusste Strategie handelte. Die Anwesenheit der Kinder im Fahrzeug sollte von vornherein jeden Verdacht zerstreuen.

Vor Gericht räumte die 37-Jährige lediglich ein, an zwei Beschaffungsfahrten teilgenommen zu haben – allerdings nur in begleitender Funktion. Mit dem eigentlichen Schmuggel und Verkauf der Drogen will sie nichts zu tun gehabt haben. Das Urteil wird noch am selben Tag erwartet.

Für die Beschuldigte gilt die Unschuldsvermutung.

Ungewöhnlicher Fall

Der Prozess erregt erhebliches öffentliches Interesse, nicht zuletzt weil er aus dem üblichen Muster herausfällt. Obwohl die Staatsanwaltschaft betont, dass der Drogenhandel längst nicht mehr ausschließlich von Männern dominiert wird, bilden Frauen in diesem kriminellen Segment nach wie vor eine deutliche Minderheit.