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Herzlos

Mit zwei Orangen und Wasserflaschen: Eltern setzen Kinder (3,5) im Wald aus

Mit zwei Orangen und Wasserflaschen: Eltern setzen Kinder (3,5) im Wald aus
FOTO: iStock/Nadezhda1906
2 Min. Lesezeit |

Zwei weinende Kinder, gepackte Rucksäcke, verbundene Augen – auf einer portugiesischen Landstraße beginnt eine Geschichte, die erschüttert.

Auf einer Landstraße im portugiesischen Alentejo sind zwei kleine Kinder allein zurückgeblieben – ein Mädchen im Alter von drei Jahren und ihr fünfjähriger Bruder. Der Vorfall ereignete sich auf der Nationalstraße 253 zwischen Alcácer do Sal und Comporta, wo die Temperaturen zu diesem Zeitpunkt noch knapp 30 Grad Celsius erreichten. Offenbar hatten die Eltern die Geschwister dort bewusst zurückgelassen.

Entdeckt wurden die beiden von einem Autofahrer, der die weinenden Kinder im Rückspiegel bemerkte, als sie auf die Fahrbahn liefen und um Hilfe riefen. Alexandre Quintas hielt sofort an und verständigte die Polizei. Gegenüber dem portugiesischen Nachrichtensender „SIC Notícias“ schilderte Quintas, was der ältere der beiden Kinder ihm mitgeteilt hatte: Der Junge erklärte auf Französisch, dass seine Eltern ihn und seine Schwester einfach zurückgelassen hätten.

„Mir wurde sofort klar, dass sie ausgesetzt worden waren, als ich sah, wie die Rucksäcke gepackt waren“, sagte Quintas. In den Taschen befanden sich Wechselkleidung, zwei Orangen und zwei Wasserflaschen.

Augen verbunden

Den Angaben des Jungen zufolge hatte der Stiefvater beiden Kindern die Augen verbunden, bevor die Eltern sie in ein nahe gelegenes Waldstück führten. „Sie sagten den Kindern, sie sollten dort nach einem Spielzeug suchen“, berichtete der Junge. Als die Geschwister die Augenbinde abnahmen, waren Mutter und Stiefvater nicht mehr da.

Quintas brachte die Kinder zunächst in die Bäckerei seiner Familie und alarmierte erneut die Polizei. Die Beamten veranlassten eine medizinische Untersuchung im Krankenhaus. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder aus Frankreich stammen – eine Vermisstenanzeige lag jedoch nicht vor.

Ermittlungen laufen

Den Geschwistern geht es den Umständen entsprechend gut; sie sollen sich inzwischen in der Obhut der französischen Botschaft in Lissabon befinden. Die Identität der Eltern ist den Behörden bekannt, ob sie bereits aufgegriffen und befragt wurden, ist bislang nicht bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft hat den Fall an das zuständige Familien- und Jugendgericht weitergeleitet. Die Ermittlungen sind im Gange.

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KO KOSMO-Redaktion
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