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Tatrekonstruktion

Mordfall in Österreich: Puppe soll Wahrheit ans Licht bringen

Mordfall in Österreich: Puppe soll Wahrheit ans Licht bringen
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Widersprüchliche Aussagen, eine Puppe als Beweismittel – am Tatort in Kottingbrunn soll nun Licht ins Dunkel gebracht werden.

Am Mittwoch wurde ein mordverdächtiger Steirer, der als Sportschütze bekannt ist, in Handschellen und unter strenger Bewachung an den Tatort in Kottingbrunn (Niederösterreich) geführt. Ihm wird vorgeworfen, Mitte Mai eine 28-jährige Frau, die er über das Internet kennengelernt hatte, mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Seit seiner Festnahme befindet sich der 27-Jährige in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Untersuchungshaft.

Ziel des Termins war eine Tatrekonstruktion, die Aufschluss darüber geben soll, wie sich die tödlichen Schüsse tatsächlich ereignet haben. Gegenüber den Ermittlern hatte der Beschuldigte seit seiner Festnahme mehrere, einander zum Teil widersprechende Versionen geschildert: Mal sprach er von einer Zurückweisung, dann von angeblichem Zwang, später von einem versehentlichen Schuss und schließlich von einer angeblichen Bedrohung durch „Mafiakreise“.

Tatrekonstruktion mit Puppe

Für die Rekonstruktion brachten die Ermittler eine Puppe mit, die die Position des Opfers darstellen sollte, um abgleichen zu können, welche der geschilderten Versionen mit den am Tatort gesicherten Spuren vereinbar ist. Der Beschuldigte, der sich für sein Online-Dating-Profil mit gefälschten Muskelbildern und KI-generierten Fotos präsentiert hatte, wird von den Strafverteidigerinnen Astrid Wagner und Ina-Christin Stiglitz vertreten, die ebenfalls vor Ort anwesend waren.

Ihnen gegenüber hatte der 27-Jährige zuletzt erklärt, er habe nach dem tödlichen Schuss gehofft, sich den Vorfall nur eingebildet zu haben. Deshalb habe er dem Opfer sogar noch Nachrichten geschickt und auf eine Antwort gewartet.

Gezielte Spurenvernichtung

Die Ermittler gehen hingegen davon aus, dass der Mann nach der Tat gezielt Beweise vernichtete. So soll er die Patronenhülse aufgehoben und sie auf der Heimfahrt aus dem Fenster seines Mietwagens geworfen haben. Laut Ermittlungen setzte er danach zunächst seinen Alltag fort, bevor er wenige Tage später an einer Raststation festgenommen wurde.

Darüber hinaus stehen Vorwürfe im Raum, wonach er eine andere Frau über Jahre gestalkt und sich dabei in eine Fantasiewelt hineingesteigert haben soll.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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KO KOSMO-Redaktion
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