Ein überhitzter Motor kann binnen Minuten zum Totalschaden werden – doch wer die richtigen Handgriffe kennt, bleibt gelassen.
Bei sommerlichen Temperaturen oder auf langen Autobahnstrecken kann die Motortemperatur schnell in kritische Bereiche steigen. Wer dann richtig reagiert, kann teure Schäden – und gefährliche Situationen – abwenden.
Der erste und wichtigste Schritt bei einer Überhitzung des Motors ist das sofortige Ausschalten der Klimaanlage. Sie belastet das Kühlsystem zusätzlich und verschärft das Problem. Sobald sich eine sichere Möglichkeit bietet, sollte das Fahrzeug am Straßenrand zum Stehen gebracht werden – den Motor dabei jedoch nicht sofort abstellen, sondern zunächst im Leerlauf weiterlaufen lassen und die Temperaturanzeige im Blick behalten.
Richtig Abkühlen
Steigt die Temperatur weiter an, empfiehlt es sich, den Motor abzustellen und ausreichend abkühlen zu lassen. Das Öffnen der Motorhaube kann dabei helfen, die aufgestaute Hitze abzuführen – allerdings ist dabei Vorsicht geboten: Heiße Motorteile können schwere Verbrennungen verursachen. Den Verschluss des Kühlmittelbehälters sollte man keinesfalls öffnen, solange der Motor noch heiß ist. Herausspritzende Kühlflüssigkeit unter Druck kann zu ernsthaften Verletzungen führen.
Wer erste Anzeichen einer Überhitzung bemerkt, aber noch nicht anhalten kann, hat eine weitere Möglichkeit: die Innenraumheizung auf höchste Stufe und volle Gebläseleistung stellen. Das klingt paradox, funktioniert aber – der Wärmetauscher der Heizung entzieht dem Kühlkreislauf Wärme und entlastet so vorübergehend den Motor. Eine dauerhafte Lösung ist das freilich nicht, sondern lediglich eine Notmaßnahme, um Zeit zu gewinnen.
Tritt während der Fahrt Dampf aus dem Motorraum aus oder ist auslaufendes Kühlmittel zu bemerken, sollte umgehend ein Pannendienst oder eine Werkstatt kontaktiert werden. Auf eigene Faust weiterzufahren ist in einem solchen Fall keine Option – der Schaden kann sich innerhalb weniger Minuten vervielfachen.
Vorbeugung & Wartung
Damit es gar nicht erst so weit kommt, lohnt sich ein kurzer Check vor Fahrtantritt: Kühlmittel- und Ölstand sollten regelmäßig kontrolliert werden, besonders vor längeren Reisen. Defekte Thermostate, eine verschlissene Wasserpumpe oder ein ausgefallener Kühlerventilator sind häufige Ursachen für Überhitzungsprobleme – und lassen sich im Rahmen einer routinemäßigen Wartung frühzeitig erkennen und beheben.
Wer seinen Wagen regelmäßig in die Werkstatt bringt, spart sich im Zweifel eine weit kostspieligere Reparatur. Die Zahlen sprechen für sich: Für die Reparatur einer durch Motorüberhitzung verursachten defekten Zylinderkopfdichtung müssen Autofahrer typischerweise mit Kosten bis zu 2.500 Euro rechnen. Liegt bereits ein Motorschaden mit Folgeschäden vor – etwa am Zylinderkopf – können sich die Reparaturkosten auf 3.000 bis 8.000 Euro und mehr belaufen.