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Teuerungswelle

Müll, Grillplatz, Jahreskarte: Stadt Wien erhöht 300 Gebühren

Müll, Grillplatz, Jahreskarte: Stadt Wien erhöht 300 Gebühren
FOTO: iStock/fizkes
5 Min. Lesezeit |

Während die Inflation in Österreich auf 4,1 Prozent klettert, rollt bereits die nächste Teuerungswelle heran. Von Bier bis Parkgebühren – 2026 wird das Leben spürbar kostspieliger.

Die Teuerungswelle in Österreich rollt ungebremst weiter. Während die Inflation im November bei 4,1 Prozent liegt – ein Wert, den in der Eurozone nur Estland und Kroatien übertreffen – müssen die Österreicherinnen und Österreicher mit zahlreichen neuen Preiserhöhungen rechnen. Die Bezeichnungen dafür variieren von „Preisanpassung“ über „Inflationsausgleich“ bis hin zu „marktgerechter Tarifgestaltung“, doch das Ergebnis bleibt dasselbe: Die finanzielle Belastung der Haushalte nimmt rapide zu.

Die jüngste Schnellschätzung der Statistik Austria vom Dienstag bestätigt den anhaltenden Trend. Wer gehofft hatte, das Ende der Teuerungsspirale sei erreicht, wird enttäuscht. Mit Jahresbeginn steht eine neue Welle von Preiserhöhungen bevor, die nahezu alle Lebensbereiche erfasst.

Kommunale Gebühren

In Wien werden rund 300 verschiedene Gebühren angehoben. Die Hundesteuer für den ersten Vierbeiner steigt von 72 auf 120 Euro jährlich, für jeden weiteren Hund von 105 auf 160 Euro. Besitzer von sogenannten „Listenhunden“ müssen künftig 240 Euro entrichten. Müll-, Wasser- und Abwassergebühren verteuern sich um 6 Prozent.

Die Reservierung eines Grillplatzes auf der Donauinsel kostet statt 10 künftig 45 Euro. Bibliotheksnutzer zahlen für die Jahreskarte statt 36 nun 45 Euro im Vollpreis, ermäßigt steigt der Preis von 10,80 auf 15 Euro. Der Sportförderungsbeitrag erhöht sich von 10 auf 12,5 Prozent, was Tickets für Sportveranstaltungen verteuert.

Auch die monatliche Gebühr für „Mozartverkäufer“ steigt von 170 auf 350 Euro. Park & Ride wird um 4,6 Prozent teurer, die Ferienbetreuung für Kinder kostet statt 60 künftig 80 Euro. Hochzeiten außerhalb des Standesamtes verteuern sich von 350 auf 670 Euro, samstags sogar auf 995 Euro.

Die Ortstaxe wird schrittweise angehoben: am 1. Juli 2026 auf 5 Prozent, ein Jahr später auf 8 Prozent. Auch die Gebrauchsabgabe für die Nutzung öffentlichen Raums steigt, das genaue Ausmaß ist noch unklar. Die meisten dieser Änderungen sollen im Frühjahr 2026 in Kraft treten.

Die Brau Union hat bereits zum 1. Dezember ihre Bierpreise um 3,2 Prozent erhöht. Betroffen sind 20 Marken, darunter Gösser, Zipfer, Puntigamer, Reininghaus, Wieselburger, Kaiser, Schwechater, Fohrenburger, Edelweiss, Schladminger, Schleppe, Villacher Bier und Linzer Bier. Mit einem Marktanteil von 60 Prozent in Österreich hat der zum niederländischen Heineken-Konzern gehörende Brauereiriese erheblichen Einfluss.

Ob Supermärkte und Gastronomiebetriebe diese Preiserhöhung sofort an die Kunden weitergeben, ist noch unklar – langfristig erscheint dies jedoch wahrscheinlich.

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Verkehr und Energie

Im öffentlichen Verkehr Wiens steigen die Tarife ab 1. Jänner deutlich. Die Jahreskarte für die Wiener Linien verteuert sich von 365 Euro auf 461 Euro in digitaler Form beziehungsweise 467 Euro in Papierform. Bei monatlicher Zahlung summiert sich der Jahresbetrag sogar auf 500,40 Euro (digital) oder 506,40 Euro (Papier). Eine Einzelfahrt kostet künftig statt 2,40 Euro nun 3 Euro digital oder 3,20 Euro auf Papier.

Auch das österreichweite Klimaticket wurde bereits im August von 1.095 Euro auf 1.300 Euro angehoben und steigt zum Jahreswechsel weiter auf 1.400 Euro. Regionale Angebote folgen diesem Trend: Das VOR KlimaTicket MetropolRegion für Wien, Niederösterreich und das Burgenland kostet ab Jänner 1.000 Euro – ein Plus von 102 Euro. In Oberösterreich steigt der Preis für das regionale Klimaticket um 111 Euro auf 703 Euro.

Die Energiepreise erweisen sich als besonders starke Preistreiber. Laut Statistik Austria stiegen sie im November um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Plus von 9,4 Prozent im Oktober. Dies trägt wesentlich zur Gesamtinflation bei.

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Autofahrer zahlen drauf

Die Parkgebühren in Wien erhöhen sich zum Jahreswechsel um 30 Prozent. Eine halbe Stunde Parken kostet dann 40 Cent mehr, eine volle Stunde schlägt mit 3,40 Euro zu Buche. Das Parkpickerl verteuert sich von 10 auf 13 Euro monatlich.

Autofahrer müssen für die Jahresvignette tiefer in die Tasche greifen – der Preis steigt von 103,80 Euro auf 106,80 Euro. Auch die Mitgliedsbeiträge bei den Automobilclubs werden angehoben: beim ÖAMTC von 103,40 Euro auf 106,10 Euro jährlich, beim ARBÖ von 110 Euro auf 113,20 Euro.

Auch Lebensmittel, Tabak und Alkohol verteuerten sich im November um 4,4 Prozent, nach 4,0 Prozent im Oktober. Der Dienstleistungssektor verzeichnete sogar einen Preisanstieg von 4,5 Prozent.

Auffällig ist, dass viele Produkte im Ausland günstiger erhältlich sind als in Österreich – selbst wenn sie aus österreichischer Produktion stammen. Der im Sommer von Politikern thematisierte „Österreich-Aufschlag“ wird inzwischen kaum noch erwähnt.

Nicht alle Produkte wurden teurer. Eine Erhebung der Arbeiterkammer vom September 2025 ergab, dass 13 von 40 untersuchten Produkten im Vergleich zum Vorjahr sogar günstiger wurden, etwa Duschgel mit einem Preisrückgang von 17 Prozent. Allerdings verzeichneten andere Alltagsprodukte drastische Preissteigerungen: Bohnenkaffee wurde um 57 Prozent teurer, Tafelessig um 41 Prozent, Orangensaft um 36 Prozent und Vollmilchschokolade um 23 Prozent.

Nach der deutlichen Erhöhung der Netzentgelte für Gas und Strom im Jänner 2025 steht nun eine weitere Steigerung bevor. Die Netzkosten für Gas erhöhen sich im österreichischen Durchschnitt um 18,2 Prozent, mit erheblichen regionalen Unterschieden. Laut Berechnungen der Mietervereinigung bedeutet dies für einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 15.000 kWh in Kärnten Mehrkosten von 142 Euro jährlich, im Burgenland sogar 600 Euro und in Wien 85 Euro.

In Wien wird der monatliche Essensbeitrag für Klein- und Kindergartenkinder zum Jahresbeginn um mehr als 10 Prozent angehoben – von 84,85 Euro auf 94 Euro.

Auch die Bäderpreise steigen vielerorts. In Wien erhöhen sie sich um 6,4 Prozent. Der Tageseintritt kostet künftig 8,10 Euro, die Halbjahreskarte steigt von 159,60 Euro auf 170,10 Euro.

Ob Hundebesitzer oder Bierliebhaber – die finanziellen Belastungen nehmen zu.

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KO KOSMO-Redaktion
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