Von der Wachau nach Liverpool: Ein österreichisches Abwehrtalent schlägt Inter Mailand aus und unterschreibt beim englischen Traditionsklub – ein Millionen-Deal bahnt sich an.
Im April machte sich der Chefscout von Inter Mailand persönlich auf den Weg in die beschauliche Wachau. Sein Ziel: ein Drittligaspiel, bei dem er einen erst 17-jährigen Verteidiger unter die Lupe nehmen wollte. Ifeanyi Ndukwe, das Abwehrtalent der Young Violets, hinterließ beim Beobachter des italienischen Traditionsklubs einen bleibenden Eindruck. Die Mailänder legten der Wiener Austria prompt ein Angebot vor – der hochveranlagte Defensivspezialist sollte den Sprung aus der Regionalliga Ost direkt in die Serie A wagen.
Doch Ndukwe entschied sich für einen anderen Weg. Die Veilchen konnten ihren 1,98-Meter-Hünen zum Verbleib bewegen und banden ihn mit einem Vertrag bis 2028 langfristig. Der Aufstieg der Young Violets in die 2. Liga kam für seine Entwicklung wie gerufen. In den folgenden Monaten sammelte der Innenverteidiger nicht nur wertvolle Spielpraxis im Unterbau, sondern durfte auch regelmäßig bei den Profis mittrainieren und schaffte es mehrfach in den Spieltagskader. Zwar hielt Coach Stephan Helm den Youngster bei den Profis noch zurück, doch auf internationaler Bühne sollte Ndukwe schon bald glänzen können.
WM-Durchbruch
Bei der U-17-Weltmeisterschaft in Katar entwickelte sich der abgeklärte Abwehrspieler zu einem der Leistungsträger in Hermann Stadlers österreichischem Überraschungsteam. Bis ins Finale gegen Portugal (0:1) zählte Ndukwe zu den herausragenden Defensivakteuren des gesamten Turniers. Seine Auftritte auf der Weltbühne blieben nicht unbemerkt – die Telefone der Austria-Verantwortlichen standen kaum noch still. Besonders Klubs aus Deutschland und Italien signalisierten starkes Interesse am ÖFB-Juwel.
Liverpool-Wechsel
Wie der KURIER recherchierte, hat Ndukwe mittlerweile eine Entscheidung über seine Zukunft getroffen und einen Vertrag unterschrieben, der ihm glänzende Perspektiven eröffnet. In Abstimmung mit der Austria wird der Defensivspezialist nach seinem 18. Geburtstag im Sommer ins Ausland wechseln. Bis dahin soll er noch bei den Profis der Wiener weiter reifen. Aus gut informierten Kreisen ist zu vernehmen, dass sich der Teenager unter zahlreichen Angeboten für den FC Liverpool entschieden hat. Die Reds sind dafür bekannt, außergewöhnliche Talente frühzeitig zu verpflichten und behutsam an das Profiteam heranzuführen.
Von dem Transfer profitieren alle Beteiligten: Ndukwe erhält die Chance, sich bei einem europäischen Spitzenklub zu entwickeln, während die Austria laut KURIER-Informationen eine Ablöse in Millionenhöhe kassiert.
Eine willkommene Finanzspritze für den wirtschaftlich angeschlagenen Traditionsverein aus Wien-Favoriten. Das Geschäftsmodell soll künftig Schule machen – die Veilchen wollen verstärkt auf die Förderung und den gewinnbringenden Verkauf von Eigengewächsen wie Ndukwe setzen.