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Schlafverhalten

Nachteulen aufgepasst: Was spätes Einschlafen über deine Psyche verrät

Nachteulen aufgepasst: Was spätes Einschlafen über deine Psyche verrät
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Wer regelmäßig den Schlaf hinauszögert, zeigt laut einer aktuellen Studie bestimmte Charaktereigenschaften – allerdings keine besonders positiven. Viele kennen das Phänomen: Es ist bereits spät, doch die Spannung der aktuellen Streaming-Serie lässt nicht nach. Man gönnt sich „nur noch eine Folge“ und schaut dann oft sogar noch weiter.

Für ihre Untersuchung befragten Forscher 390 junge Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren. Die Probanden beantworteten Fragen, die ihre Einordnung als „Abendmenschen“ oder „Morgenmenschen“ ermöglichten. Als „Abendmenschen“ galten dabei Personen, die bevorzugt länger wach bleiben und entsprechend später aufstehen, während „Morgenmenschen“ das entgegengesetzte Verhaltensmuster zeigten.

Der Fragebogen erfasste fünf zentrale Persönlichkeitsdimensionen: Neurotizismus (emotionale Instabilität mit Auswirkungen auf Intensität und Steuerung emotionaler Prozesse), Extraversion (Gegenpol zu Introversion, gekennzeichnet durch Aktivität, Abenteuerlust und Fröhlichkeit), Offenheit (für neue Erfahrungen, verbunden mit intellektueller Neugier, Flexibilität und Kreativität), Verträglichkeit (charakterisiert durch Gutgläubigkeit, Aufrichtigkeit und Großzügigkeit) sowie Gewissenhaftigkeit (erkennbar an Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Ehrgeiz und Selbstdisziplin).

Überraschende Ergebnisse

Über einen Zeitraum von zwei Wochen führten die Studienteilnehmer ein Schlaftagebuch zur Bewertung ihres Zubettgeh-Verhaltens. Die Auswertung brachte Überraschendes zutage: „Personen, die das Zubettgehen gewohnheitsmäßig aufschieben, tatsächlich weniger dazu neigen, spannende, fesselnde oder angenehme Aktivitäten zu suchen“, erklärte Hauptautor Steven Carlson, Doktorand am Fachbereich Psychologie der University of Utah in Salt Lake City, gegenüber dem Wissenschaftsmagazin „Eurek Alert“.

Die betroffenen Teilnehmer berichteten von „emotionalen Erfahrungen, die mit Depressionen einhergehen“. Besonders auffällig war ihre Tendenz zu negativen Emotionen bei gleichzeitigem Mangel an positiven Erlebnissen. Der Studienleiter betonte, dass die Ergebnisse auf einen Zusammenhang hindeuten, der über schlechte Planung, geringe Selbstdisziplin und Zeitmanagementprobleme hinausgeht. Vielmehr könnten Schwierigkeiten im Umgang mit negativen Gefühlen und Ängsten vor dem Schlafengehen eine wesentliche Rolle spielen.

Depressive Tendenzen

Das bewusste Verzögern der Nachtruhe verrät der neuen Untersuchung zufolge tatsächlich etwas über die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen. Die Daten legen nahe, dass bei jungen Menschen ein Zusammenhang zwischen dem Aufschieben des Schlafengehens und depressiven Tendenzen besteht. „Angesichts der Allgegenwärtigkeit dieses Verhaltens und seiner Auswirkungen auf die Schlafgesundheit hoffen wir, diese Forschung auszuweiten“, so Carlson. Er möchte künftig untersuchen, ob die Verringerung negativer Emotionen vor dem Zubettgehen eine wirksame Behandlungsmethode gegen das Aufschieben des Einschlafens sein könnte.

Die Bedeutung ausreichenden Schlafs für die körperliche und seelische Gesundheit steht außer Frage. Die American Academy of Sleep Medicine (AASM) empfiehlt Erwachsenen mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht – wer die Bettzeit grundlos verzögert, verringert seine Chancen auf diese wichtige Erholungsphase.

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KO KOSMO-Redaktion
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