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TV-Interview

Nächste Wahl wird anders“: Kickl sieht sich bereits als nächsten Kanzler

Nächste Wahl wird anders“: Kickl sieht sich bereits als nächsten Kanzler
FOTO: EPA/MAX SLOVENCIK
3 Min. Lesezeit |

783 Tage Sendepause, dann doch das Studio: Herbert Kickl kehrte zur „ZiB 2“ zurück – und das kam nicht ohne Grund.

Nach mehr als zwei Jahren Abstinenz war FPÖ-Obmann Herbert Kickl am Dienstagabend wieder in der „ZiB 2″ zu Gast – ein Auftritt, der mit dem einjährigen Bestehen der Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos zusammenfiel. Kickl nutzte die Gelegenheit, vertraute Kritikpunkte in ruhigem Ton zu wiederholen. Schon im Vorfeld hatte er von einem „verlorenen Jahr“ gesprochen, im Interview legte er nach: „Man möchte sich gar nicht ausmalen, was diese Regierung machen würde, wenn sie nicht die FPÖ im Nacken hätte.“

Das erste Regierungsjahr zeichnete Kickl in düsteren Farben. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass die nächste Wahl anders verlaufen werde als alle bisherigen. Für die FPÖ sehe er noch erhebliches Wachstumspotenzial: „Das Potenzial, das jetzt für die FPÖ ausgewiesen wird, ist noch nicht das vollständige Potenzial.“

Den Einwand von Moderatorin Margit Laufer, wonach es für eine Bundesregierung eine zweite koalitionswillige Partei brauche, ließ er unbeantwortet. Er sei zuversichtlich, die Bevölkerung werde ihn zum Kanzler machen – die Umfragewerte sprächen für sich. „So einfach ist das.“

Kickls Kritik

Derzeit erfülle die FPÖ eine wichtige Kontrollfunktion, „denn Demokratie funktioniert nur, wenn es auch eine Opposition gibt“, betonte Kickl. Der ÖVP warf er vor, sie beginne „in einem Anflug von Überheblichkeit, sich selbst mit dem Staat gleichzusetzen“. Darüber hinaus kritisierte er, in den vergangenen zehn Jahren seien „22 Millionen Behandlungen von Völkerwanderern bis hin zu Schönheitsoperationen“ finanziert worden, ebenso seien Steuergelder für NGOs verschwendet worden.

Zur Frage einer Volksbefragung über die Wehrpflicht erklärte Kickl, er habe grundsätzlich keine Einwände und werde sich „der direkten Demokratie nicht verweigern.“ Inhaltlich spreche er sich für das Modell „Acht plus Zwei“ aus – also acht Monate Grundwehrdienst ergänzt durch zwei Monate verpflichtende Milizübungen.

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Lange Sendepause

Kickls letzter Auftritt im „ZiB 2″-Studio lag zu diesem Zeitpunkt 783 Tage zurück – Anfang Jänner 2024. Über mehr als zwei Jahre hatte der ORF immer wieder angefragt, Kickl hatte stets abgesagt. Diesmal stellte er sich den Fragen von Margit Laufer; Armin Wolf befand sich im Urlaub.

Mit Wolf hatte Kickl in der Vergangenheit wiederholt öffentliche Auseinandersetzungen gehabt. Wolf hatte zuletzt dokumentiert, wie beharrlich sich der FPÖ-Chef geweigert hatte, ins Studio zu kommen: „Herbert Kickl hat in den letzten Jahren mehr als 50 ‚ZiB 2‘-Anfragen abgelehnt“, hielt er fest.

Auf Bundesebene führt die FPÖ derzeit in sämtlichen Umfragen mit deutlichem Abstand. Bereits vor Kickls Auftritt hatte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz auf einer Pressekonferenz erklärt, es sei „ein schlechtes Jahr für Österreich“ gewesen. „Ein Jahr ist genug“, fügte er hinzu und forderte Neuwahlen.

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Die ÖVP hatte Kickl im Vorfeld als „Totengräber der EU“ bezeichnet. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti erklärte: „Die FPÖ lehnt die EU als Ganzes ab.“ Kickl selbst hatte zuletzt von einem „Staatsbegräbnis“ für die Europäische Union gesprochen.