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Unzufriedenheit

NEOS möchte 20.000 zusätzlichen Pädagogen einstellen

(FOTO: BKA/Florian Schrötter/Dragan Tatic)
(FOTO: BKA/Florian Schrötter/Dragan Tatic)

In der österreichischen Bildungslandschaft braut sich kurz vor den Sommerferien in Ostösterreich Unmut zusammen. Besonders von Seiten der NEOS hagelt es deutliche Kritik am Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP). Dessen Vorgehen wird von der Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre als beispiellos dilettantisch bezeichnet.

Eine frische Elternbefragung deutet auf eine verbreitete Unzufriedenheit in Sachen Schulausbildung hin. Eine Problematik, die die NEOS durch das Forderungspaket, einschließlich der Einstellung von 20.000 zusätzlichen Pädagogen bis 2034, angegangen sehen möchten.

Bestandsaufnahme der Bildungssituation

Die NEOS-Parteivorsitzende, Beate Meinl-Reisinger, zeichnet ein düsteres Bild der gegenwärtigen Zustände im österreichischen Bildungssystem. Eine von ihrer Partei in Auftrag gegebene Umfrage unter 1.000 Eltern – darunter 655 von Schul- und 345 von Kindergartenkindern – offenbart, dass der gravierende Lehrer- und Pädagogenmangel als größtes Problem wahrgenommen wird. Was zu knappen Zeitbudgets für Unterricht und pädagogische Arbeit führt. Kritisch gesehen wird ebenso in Bezug auf die Klassengrößen im Pflichtschulbereich.

Alarmzeichen in der Bildungslandschaft

Die Sorge der Eltern ist groß, ob ihre Kinder ausreichend auf die Herausforderungen des Lebens vorbereitet werden, etwa durch die finanzielle und zeitliche Belastung, die Schulbildung mit sich bringt. Besonders besorgniserregend findet Meinl-Reisinger, dass die Talente vieler Kinder möglicherweise unbeachtet bleiben.

Reformforderungen und unerfüllte Versprechen

In Bezug auf die Bewältigung des Chaos rund um die Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) an den AHS sowie andere bildungspolitische Reformversprechen sieht Meinl-Reisinger sowohl bei Bildungsminister Polaschek als auch beim grünen Koalitionspartner großen Handlungsbedarf. Auch die FPÖ kritisiert die unklaren Anweisungen bezüglich der VWA und fordert Klarheit für Schüler und Lehrer.

Zukunftsorientierte Maßnahmen

Die NEOS setzen große Hoffnungen in die Anwerbung von 20.000 zusätzlichen pädagogischen Kräften in den nächsten zehn Jahren. Durch Attraktivitätssteigerung in den Berufen und Strukturreformen wie zum Beispiel die Einführung eines grundständigen Studiums für Kindergartenpädagogik, argumentiert die Partei, könnte dem Mangel effektiv begegnet werden. Parallel dazu werden Autonomieerweiterungen für Schulen, Bürokratieabbau, Einstiegsanreize für Quereinsteiger und verschiedene Unterstützungsmechanismen für das vorhandene Lehrpersonal gefordert.