Mit einem havarierten Boot und einem Schwarz-Weiß-Effekt als Hommage an 1967 stürmt Österreichs ESC-Hoffnung JJ die Wettquoten und gilt als heißer Titelanwärter.
Der österreichische ESC-Teilnehmer JJ sorgt mit seiner Popoper „Wasted love“ und einem besonderen visuellen Konzept für Aufsehen im Wettbewerb. Für seinen Auftritt in der zweiten Qualifikationsrunde am 15. Mai, bei dem er mit einer Siegeswahrscheinlichkeit von 93 Prozent als klarer Favorit gilt, hat er einen bemerkenswerten Effekt vorbereitet: Seine Performance auf einem havarierten Boot wird im Fernsehen komplett in Schwarz-Weiß übertragen – eine Hommage an den Eurovision Song Contest (ESC) von 1967 in Wien, der nach Udo Jürgens‘ Triumph als letzter Song Contest überhaupt noch ohne Farbübertragung stattfand.
Der historische ESC-Wettbewerb von 1967 fand im Großen Festsaal der Wiener Hofburg statt und ist bis heute besonders denkwürdig. Damals triumphierte die britische Sängerin Sandie Shaw mit „Puppet on a String“ und erzielte den bis dahin deutlichsten Sieg in der ESC-Geschichte – sie erhielt mehr als doppelt so viele Punkte wie der zweitplatzierte irische Beitrag. Bis zur Ausgabe 2015 blieb 1967 übrigens die einzige ESC-Austragung auf österreichischem Boden.
Überraschende Wettquoten
Die aktuellen Wettquoten für den 69. Song Contest in Basel zeigen ein überraschendes Bild: Österreich führt mit einer Siegeschance von 36 Prozent die Jurywertung an, gefolgt von Frankreich mit 13 Prozent und den Niederlanden mit 10 Prozent. Schweden, lange als Topfavorit gehandelt, liegt mit nur 8 Prozent lediglich auf dem vierten Rang. Da die Jurystimmen die Hälfte des Gesamtergebnisses ausmachen, steht JJ mit seiner eindringlichen Darbietung von „Wasted Love“ bereits auf der Schwelle zum Erfolg.
Bei den Publikumswetten rangiert der österreichische Künstler derzeit auf Position vier, doch Experten rechnen mit einem deutlichen Aufwärtstrend, sobald die europäischen Zuschauer seine einzigartige Schwarz-Weiß-Inszenierung zu sehen bekommen. Nach der zweiten Probe am Donnerstag darf JJ ein Video seiner Performance veröffentlichen, was seine Chancen weiter verbessern könnte.
JJs Siegeshoffnung
Im Gespräch mit oe24 zeigt sich JJ optimistisch: „Es würde mich wahnsinnig freuen, wenn mich die Fachexperten als Nummer 1 ranken würden. Dann müsste ich nur noch das Publikum überzeugen.“ Dann haben wir uns das Ding geholt.
In der Gesamtwertung behauptet der österreichische Kandidat einen soliden zweiten Platz und konnte den Abstand zum schwedischen Favoriten bereits von 16:40 auf 20:35 verringern. Das Rennen um den ESC-Sieg wird zunehmend spannender.