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Transportkrise

Neue Schengen-Regeln: Balkan-Spediteure drohen mit Grenzblockaden

Neue Schengen-Regeln: Balkan-Spediteure drohen mit Grenzblockaden
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Transportverbände aus dem Westbalkan schlagen Alarm: Neue Schengen-Regeln könnten ab April den Güterverkehr mit der EU zum Erliegen bringen. Die Branche steht am Abgrund.

Schengen-Grenzen vor Kollaps

Wenn bis 10. April keine Lösung für die neuen Einreisebestimmungen gefunden wird, könnte der Güterverkehr zwischen dem Westbalkan und der EU zum Erliegen kommen. Transportverbände aus Serbien und Bosnien-Herzegowina schlagen Alarm und warnen vor einem drohenden Zusammenbruch der Lieferketten.

Seit Monaten versuchen die Verbände verzweifelt, europäische Behörden von der Undurchführbarkeit der neuen Schengen-Regelungen für Berufskraftfahrer aus Drittstaaten zu überzeugen. Die Sorge: Fahrer und ihre Fracht könnten künftig massenhaft an den Grenzen abgewiesen werden.

„Wir haben uns jahrelang, besonders intensiv im vergangenen Jahr, an die Europäische Kommission gewandt“, erklärt Nedjo Mandic, Vorsitzender des Wirtschaftsverbands Internationaler Transport. „Alle unsere Warnschreiben gehen auch an die heimischen Behörden, damit sie über unsere Bemühungen informiert sind und wir ihre Unterstützung erhalten können.“ Die kürzlich in Bijeljina unterzeichnete Warnung wurde an die Europäische Kommission, die Botschafter aller Schengen-Länder in Belgrad und Sarajevo sowie an die zuständigen Institutionen in beiden Ländern übermittelt.

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Existenzbedrohende Regelungen

Das Kernproblem: Nach den neuen Bestimmungen bleibt LKW-Fahrern effektiv nur noch eine Arbeitszeit von neun bis zehn Tagen – zu wenig für eine wirtschaftlich sinnvolle Tätigkeit, sowohl für die Fahrer selbst als auch für die Transportunternehmen. „Wenn sich bis zum 10. April nichts ändert, werden 99,9 Prozent der Fahrer aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien nicht mehr in die EU einreisen können“, warnt Mandic. „Das bedeutet einen kompletten Stillstand aller LKWs, unterbrochene Lieferketten und letztlich einen Kollaps, den niemand will.“

Mandic betont, dass die Grundidee des Schengen-Abkommens – die Bekämpfung illegaler Migration und Schwarzarbeit – durchaus sinnvoll sei. Das Problem liege in der Gleichbehandlung von Berufskraftfahrern mit gewöhnlichen Reisenden: „Ein LKW-Fahrer ist kein Migrant, kein Tourist und arbeitet nicht schwarz. Es handelt sich um Angestellte mit allen notwendigen Dokumenten – für sich selbst, das Fahrzeug und die transportierten Waren – die jedes Mal legal einreisen.“

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Die Folgen könnten dramatisch sein: „Für die Fahrer ist das eine Katastrophe. Um ihre Existenz zu sichern, werden viele ihre heimischen Unternehmen verlassen und bei slowenischen, deutschen, kroatischen oder anderen EU-Firmen anheuern, wo sie normal arbeiten können.“ Die Transportunternehmen aus dem Westbalkan stünden dann vor dem Ruin – mit LKWs und Infrastruktur, aber ohne Fahrer.

Drohende Blockaden

Gleichzeitig werden EU-Spediteure ihre Fahrzeuge kaum nach Serbien schicken, wenn sie tagelange Wartezeiten an den Grenzen in Kauf nehmen müssen. „In den letzten zehn Tagen wartete man am Grenzübergang Batrovci bis zu drei Tage“, berichtet Mandic. „Wenn Sie drei Tage für die Einreise und weitere drei Tage für die Ausreise benötigen – wie sollen Sie da arbeiten, verdienen und überleben?“

Die Transportbranche steht bereits seit drei Monaten unter massivem Druck. Falls es bis zum 15. Jänner keine positiven Signale gibt, die auf eine Lösung vor dem Stichtag 10. April hindeuten, halten die Verbände Blockaden für unvermeidlich. „Wir würden nicht den gesamten Verkehr lahmlegen – niemand will den Personenverkehr behindern“, stellt Mandic klar.

„Wir würden nur die Güterverkehrsterminals an den Grenzübergängen blockieren, weil wir für das Überleben unserer Transportunternehmen kämpfen. Und das ist nur möglich, wenn wir unsere Fahrer halten und ihre Abwanderung in andere Länder verhindern können.“

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KO KOSMO-Redaktion
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