Österreichs Teuerungsrate schießt auf 4,1 Prozent – der höchste Wert seit März 2024 und fast doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt. Die Preisspirale dreht sich weiter.
Die Inflation in Österreich erreichte im August mit 4,1 Prozent einen neuen Höchststand seit März 2024, während der EU-Durchschnitt bei genau zwei Prozent liegt. Damit verfehlt Österreich deutlich die von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) propagierte „2-1-0-Formel“ und verzeichnet fast den doppelten Wert des europäischen Mittels. Die Statistik Austria veröffentlichte die beunruhigenden Zahlen am Dienstagmorgen um 9 Uhr. „Die Teuerung lag im August 2025 einer ersten Schätzung zufolge bei 4,1 % – nach 3,6 % im Juli. Das ist der höchste Wert seit März 2024“, erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Im europäischen Vergleich zählt Österreich damit zu den Ländern mit der höchsten Teuerungsrate und verfehlt das von der Regierung angestrebte Inflationsziel deutlich.
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Flächendeckender Preisanstieg
Der Preisauftrieb verstärkte sich nahezu flächendeckend. Besonders markant war der Anstieg im Energiesektor, wo die Teuerungsrate von 4,2 Prozent im Juli auf nunmehr 5,9 Prozent kletterte. Verantwortlich dafür sind sowohl die Treibstoffpreise, deren preisdämpfende Wirkung nachließ, als auch das Auslaufen der Strompreisbremse.
Die Strompreisbremse war mit Ende Juni 2025 ausgelaufen, wodurch Haushalte ab Juli wieder die vollen Stromkosten tragen müssen. Diese staatliche Entlastungsmaßnahme hatte die Teuerung monatelang gedämpft – ihr Wegfall verstärkt nun den Preisauftrieb bei Energie maßgeblich.
„Den größten Einfluss auf die Inflation hatten weiterhin Dienstleistungen, die um 4,7 % zulegten, gefolgt von Nahrungsmittel, Tabak, Alkohol, deren Preise um 5,0 % stiegen“, führte Generaldirektorin Lenk weiter aus. „Die Kerninflation (Inflation ohne volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise), die die Bereiche Dienstleistungen und Industriegüter umfasst, betrug 3,8 %, nach 3,4 % im Juli.“
Stockers Andeutung
Möglicherweise deutete der Bundeskanzler diese Entwicklung bereits an, als er im Sommergespräch am Montag von kommendem „Ungemach“ sprach.
Seine Äußerung könnte sich auf die am folgenden Tag anstehende Veröffentlichung dieser problematischen Inflationsdaten bezogen haben.