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MUSIK

Nik Dean: Straight outta Vienna zum Olymp der Rapszene

Wie war es für Sie, wenn sie Ihre erste RIAA-Auszeichnung erhalten haben?
Es war ein surreales Erlebnis. Man arbeitet so lange auf ein Ziel hin, und wenn man es dann erreicht, ist es ein zwiespältiges Gefühl. Wie Kobe Bryant es treffend ausdrückte: „Der Weg ist das Ziel”. Für mich war es genauso. Als ich diese Errungenschaft in den Händen hielt, fühlte es sich an, als wäre mein Traum zu Ende. Es war ein stolzer Moment, aber ich wusste, dass ich mir ein neues Ziel setzen musste. Das ist heutzutage nicht einfach und stellt einen mental vor Herausforderungen. Tatsächlich war dies für mich der anspruchsvollste Teil des Prozesses. Ich hatte nie über diesen Punkt hinausgedacht. Wenn man etwas erreicht, das zuvor unerreichbar schien, hinterlässt das ein Gefühl der Leere. Man ist gezwungen, sich ein neues, vielleicht noch herausfordernderes Ziel zu suchen.

Wand, auf der man die Billboard-Platten von Alben und Liedern sehen kann, an denen Nik Dean zusammen mit dem Musiker gearbeitet hat. (Foto: Cory Production/Demedia Digital)

Wie waren Ihre Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit großen Labels oder unabhängigen Künstlern?
Persönlich habe ich bisher stets positive Erfahrungen gemacht. Doch abseits dieser persönlichen Begegnungen wirkt das Musikgeschäft oft kindisch und unstrukturiert. Man weiß nie genau, wann Zahlungen oder Verträge eintreffen. Man fühlt sich ständig im Verfolgungsmodus, aber letztlich lohnt sich die Geduld, da die Beträge oft beträchtlich sind.

Nik Dean befindet sich auf der Liste der zehn besten Rap-Produzenten der Welt.

Man muss lernen, geduldig zu sein, sonst verliert man schnell die Nerven. Besonders mit Musiklabels, die oft träge agieren. Vielleicht ist es ein kulturelles Ding, speziell in den USA. Bei uns würde man bei Zahlungsverzug schnell eine Mahnung erhalten, in den USA scheint das anders zu sein. Wenn mehrere Personen an einem Song beteiligt sind, sagen wir fünf ― zwei Künstler und drei Produzenten – dann muss jeder Vertrag von den Anwälten aller Beteiligten geprüft werden. Diese Verträge sind oft umfangreich, und jeder Anwalt hat seine eigenen Anmerkungen. Es geht um Details, Prozentsätze und Beiträge, was den Prozess oft stressig macht.

Wie hat es sich angefühlt, unter den Top 10 Produzenten der Welt zu sein?
Das war wirklich beeindruckend. Es war völlig unerwartet. Ich hatte nicht gezielt darauf hingearbeitet, sondern saß einfach da und machte meine Musik. Plötzlich erhielt ich eine Benachrichtigung auf Instagram, dass ich markiert wurde – als Top 10 Produzent. Ich dachte nur: „Was zum Teufel ist gerade passiert?” Als ich nachsah, stellte ich fest, dass es wegen des Songs war, den ich mit Lil Baby produziert hatte. Das war wirklich überwältigend und völlig unerwartet für mich. Jetzt ist das Album „Utopia” von Travis Scott ein großer Hit. Das Album bricht Rekorde und wurde allein in der ersten Woche nach seiner Veröffentlichung über 496.000 Mal verkauft.

Was erwartet uns in der Zukunft, welche Ziele/Träume haben Sie noch?
Ich strebe an, in der Musikbranche erfolgreich zu sein und hoffe auf eine Grammy-Nominierung. Nebenbei suche ich neue Herausforderungen und schätze den Aufbau von Grund auf. Persönlich will ich mich weiterentwickeln, gesünder leben und finanziell klüger werden. In der Musik möchte ich kreativ bleiben, ohne ständig neue Ziele zu verfolgen, und mich auf kontinuierliche Arbeit konzentrieren.