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Kommentar

Novak Djokovic in Zenica: Was uns dieser Moment wirklich sagt (VIDEO)

Novak Djokovic in Zenica: Was uns dieser Moment wirklich sagt (VIDEO)
(Foto: EPA/NIDAL SALJIC)
2 Min. Lesezeit |

31. März 2026. Zenica, Stadion Bilino Polje. 9.500 Menschen in einem kleinen Hexenkessel. Bosnien gegen Italien – und es geht um alles: ein WM-Ticket, zwölf Jahre Warten, eine ganze Nation in Aufruhr.

Italien führt früh durch Moise Kean. Dann die rote Karte gegen Bastoni in der 41. Minute – Unterzahl. Bosnien drückt, drückt, drückt. 30 Schüsse insgesamt. In der 79. Minute trifft Haris Tabakovic zum Ausgleich. Elfmeterschießen. Esmir Bajraktarevic verwandelt den entscheidenden Penalty. Bosnien ist bei der WM. Zum zweiten Mal in der Geschichte, erstmals seit 2014.

Zenica explodiert.

Und mittendrin, auf der Tribüne: Novak Djokovic.

Der beste Tennisspieler der Welt – und Serbe. Sein Land hat sich nicht für die WM qualifiziert. Und trotzdem ist er hier. Nicht zufällig, nicht spontan.

Schon nach dem Halbfinale gegen Wales hatte er ein Foto von Kapitän Edin Dzeko gepostet – mit den Worten „Bravo Edine, bravo BiH“. Der bosnische Fußballverband bestätigte seinen Besuch offiziell. Vor dem Spiel saß er beim Mittagessen mit UEFA-Präsident Ceferin und den Verbandspräsidenten beider Länder.

Aber das ist noch nicht alles.

Djokovic kam nicht erst am Spieltag. Er landete in Sarajevo, besuchte zum bereits siebten Mal die bosnischen Pyramiden in Visoko, meditierte in den unterirdischen Tunneln von Ravne – und kehrte in der „Baščaršija“ bei der legendären Ćevabdžinica Željo ein. Das Restaurant postete das Foto selbst. Kein PR-Termin. Einfach ein Mann, der Cevapi essen geht.

Er selbst hat einmal über Bosnien gesagt: „Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann ist es hier.“ Es gibt Berichte, dass er in der Nähe von Visoko sogar ein Haus baut.

Natürlich blieb der Moment nicht ohne Diskussion. Ein Serbe beim bosnischen Spiel – das reicht im Balkan, um die Gemüter zu erhitzen. Die einen feiern ihn, die anderen fragen sich laut: Was hat der hier zu suchen?

Aber vielleicht lohnt es sich, kurz innezuhalten.

Djokovic hat keine Erklärung abgegeben. Keine politische Botschaft formuliert. Er hat Cevapi gegessen, meditiert, und sich auf eine Tribüne gesetzt – bei einem Spiel, das ihn bewegt hat. Ob das Mut braucht oder Naivität, darf jeder selbst entscheiden.

Die eigentliche Frage ist eine andere: Was sagt es über uns, wenn wir einem Menschen übel nehmen, dass er einem anderen Menschen zujubelt?

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SR Sasa R.
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