Ein stehendes Fahrzeug, ein heftiger Aufprall – und ein Fahrer, der nach dem Unfall eine folgenschwere Entscheidung traf.
Bereits das erste Qualifying zum diesjährigen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring stand im Zeichen eines folgenschweren Zwischenfalls. Zwei Porsche-Cup-Fahrzeuge kollidierten mit voller Wucht – ein Moment, der die Rennleitung unmittelbar auf den Plan rief. Der Black-Falcon-Porsche von Alexander Hardt war nach der Schumacher-S aus bis heute ungeklärter Ursache zum Stillstand gekommen, wahrscheinlich infolge eines technischen Defekts.
Bevor die Situation entschärft werden konnte, fuhr Janina Schall im zweiten Porsche frontal in das stehende Fahrzeug.
Hardts Regelverstoß
Was den Vorfall zusätzlich brisanter machte: Hardt befand sich im Moment des Aufpralls nur wenige Meter neben der Fahrbahn – im Kiesbett, aber ohne sich hinter die Leitplanke in Sicherheit gebracht zu haben. Stattdessen soll er in Richtung der Streckenposten gestikuliert haben, während der Fahrbetrieb unvermindert weiterging. Die Stewards ahndeten dieses Verhalten mit einer Geldstrafe von 300 Euro.
Grundlage war ein Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund), die Fahrer nach dem Verlassen ihres Fahrzeugs ausdrücklich dazu verpflichten, unverzüglich einen geschützten Bereich aufzusuchen. Die Circuit Regulations schreiben vor, dass sich Fahrer nach einem Ausfall hinter die Leitplanke oder in eine vergleichbare Schutzzone begeben müssen – das Verbleiben im Gefahrenbereich neben der Strecke ist ausdrücklich untersagt.
Schall ohne Konsequenzen
Janina Schall hingegen blieb ohne Konsequenzen. Die Auswertung der Videoaufnahmen ergab aus Sicht der Rennkommissare ein eindeutiges Bild: Die 20-Jährige hatte keine Möglichkeit mehr, den Crash zu verhindern.
Teamkollegin Carrie Schreiner bestätigte dies im offiziellen Livestream – Schall habe das stehende Fahrzeug im dichten Verkehr erst im allerletzten Moment wahrgenommen.