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Erkrankungen

Österreichs Krankenstände auf Höchststand

(FOTO: iStock/Tero Vesalainen)
(FOTO: iStock/Tero Vesalainen)

Im Jahr 2023 verzeichnete Österreich einen Durchschnitt von 15,4 Krankenstandstagen pro unselbstständig Beschäftigten. Was eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Besonders Atemwegs- und psychische Erkrankungen trugen zu dieser Entwicklung bei.

Krankenstände im Überblick

Nach einem vorübergehenden Rückgang der Krankenstandszeiten in 2021, wurde für 2022 ein Durchschnitt von 14,9 Tagen und für 2023 sogar 15,4 Tage je unselbstständig Beschäftigten festgestellt. Trotz dieser Entwicklung bewertet Andreas Huss, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), die Situation als nicht besorgniserregend. Besonders hervorgehoben wird die gestiegene Aufmerksamkeit für Gesundheit während der Pandemie durch Maßnahmen wie das Tragen von Masken und vermehrtes Händewaschen.

Einzeltrends bei Krankenständen

Die Tendenz, mindestens einmal jährlich krankgeschrieben zu sein, stieg infolge auf beachtliche 71,2 Prozent in 2023. Obwohl die Zahl der Krankheitsfälle zum Teil zugenommen hat, verzeichnen Atemwegserkrankungen sowie psychische Leiden einen besonderen Anstieg. Bei den Krankenstandsdauern zeigt sich ein entgegengesetzter Trend: Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstandes sank auf ein historisches Tief von 9,3 Tagen.

Gesundheitsprävention und Arbeitskultur

Andreas Huss unterstreicht, dass präventive Maßnahmen und die Förderung eines gesunden Arbeitsklimas entscheidend sind, um langfristige Krankenstände zu vermeiden. Besonders die Pflegebranche, mit einem hohen Anteil an weiblichen Beschäftigten, sieht sich mit Herausforderungen bezüglich des steigenden Pensionsalters konfrontiert. Anpassungen im Arbeitsumfeld und verstärkte Gesundheitsvorsorge sind daher essentiell.

Homeoffice und chronische Erkrankungen

Noch stehen detaillierte Daten zur Korrelation zwischen Homeoffice und Krankenstandstagen aus, doch es wird vermutet, dass zunehmend mehr Menschen die Möglichkeit nutzen, bei leichteren Erkrankungen von zu Hause aus zu arbeiten. Besorgniserregend ist jedoch die hohe Rate an chronischen Erkrankungen bei jungen Menschen, was auf langfristige Herausforderungen im Gesundheitssystem hinweist.