Serbische LKW-Fahrer stehen vor massiven Arbeitszeitkürzungen durch EU-Regelungen. Nun schmieden Wirtschaftsvertreter einen länderübergreifenden Aktionsplan.
Die EU-Institutionen in Brüssel und die Mitgliedstaaten müssen bei der Lösung des Problems der Transportgenehmigungen für serbische LKW-Fahrer aktiv werden. Die sogenannte „90/180-Regel“ der EU, wonach Angehörige visumbefreiter Staaten maximal 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Schengen-Raum bleiben dürfen, halbiert faktisch die Arbeitszeit für Berufskraftfahrer. Branchenvertreter warnen bereits vor erheblichen negativen Auswirkungen auf serbische Fahrer, Lieferketten, Wirtschaft und Exportleistung.
Diese Einigung wurde bei einem Treffen zwischen Vertretern der serbischen und österreichischen Wirtschaftskammer erzielt, wie die serbische Kammer mitteilte. An dem Gespräch nahmen Marko Čadež, Präsident der serbischen Wirtschaftskammer, Eva Liebmann, stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), sowie Jürgen Schreder, Leiter von Advantage Austria für Serbien, teil. Čadež kündigte zudem ein größeres Treffen mit Vertretern Österreichs, der Višegrad-Gruppe und des Westbalkans an, das die regionale Zusammenarbeit und gemeinsame wirtschaftliche Initiativen stärken soll.
Zeitplan für Lösungen
„Wir beginnen bereits nächste Woche mit der intensiven Arbeit an diesem wichtigen Thema der Transportgenehmigungen“, erklärte Čadež. Er rechne damit, dass konkrete Lösungsansätze im Jänner oder Februar kommenden Jahres vorliegen werden. „Dieses Problem muss spätestens bis März nächsten Jahres gelöst sein“, betonte der serbische Kammerpräsident.
Langjährige Kooperation
„Die Zusammenarbeit mit der österreichischen Wirtschaftskammer besteht bereits seit über zwölf Jahren und stellt eine wichtige Unterstützung für die serbische Wirtschaftskammer dar“, hob Čadež hervor. Die Kooperation erstrecke sich von der Transformation des Kammersystems über die Gründung des Zentrums für digitale Transformation bis hin zur Einführung der dualen Ausbildung.
„Die österreichische Wirtschaft hat den Ernst der Lage erkannt. Gemeinsam werden wir sowohl in Brüssel als auch bei den entscheidenden Mitgliedstaaten vorstellig werden, um rasch zu konkreten Ergebnissen zu kommen.“