Ein Ex-Bürgermeister aus Niederösterreich inszeniert einen Angriff auf sich selbst und erhält eine Bewährungsstrafe. Eine Entscheidung mit politischen Folgen.
Der Fall um Hannes Koza, den ehemaligen Bürgermeister von Vösendorf und Mitglied der ÖVP, hat für Aufsehen gesorgt. Der Politiker hat zu Beginn des Jahres zugegeben, einen Angriff auf sich selbst inszeniert zu haben, um Mitleid zu erregen. Diese Tat führte nun zu einer bedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten, die das Landesgericht Wiener Neustadt gegen ihn verhängte.
Die Ereignisse, die zu diesem Urteil führten, begannen am 10. Dezember 2024. Koza behauptete damals, von einem unbekannten Täter im Schlosspark Vösendorf angegriffen worden zu sein. Er schilderte, dass ein vermummter Mann ihn ins Gesicht geschlagen und ihm gedroht habe, er werde die bevorstehende Gemeinderatssitzung nicht überleben. Koza veröffentlichte selbst Fotos seiner angeblichen Verletzungen, die er sich allerdings selbst zugefügt hatte, indem er seinen Kopf auf den Boden schlug.
Am 20. Februar zog Koza die Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück. Die darauffolgende Gemeinderatssitzung fand unter spezieller Polizeiaufsicht statt. In einer Erklärung gestand er, dass er sich in eine Opferrolle begeben wollte, um Mitgefühl zu erlangen, und dass er inzwischen professionelle Hilfe in Anspruch genommen habe. „Dann ist mir diese leider nicht sehr glorreiche Idee gekommen, was ich tun kann, damit das aufhört, damit ich endlich einmal Mitgefühl bekomme“, erklärte Koza, der die Tat als „Kurzschlusshandlung“ bezeichnete. Ziel war es, die persönlichen Angriffe und Anzeigen, denen er sich insbesondere von Seiten der Opposition ausgesetzt sah, zu beenden.
Gerichtliche Konsequenzen
Vor Gericht betonte Koza mehrfach seine Leistungen für Vösendorf und bedauerte, nicht früher Hilfe gesucht zu haben. Er sagte: „Ich wollte einfach nur in Ruhe für Vösendorf arbeiten“ und plädierte für ein mildes Urteil, da er sich selbst am meisten geschadet habe. „Ich habe mein Lebenswerk zerstört und ich glaube, das ist für mich Strafe genug“, fügte er hinzu. Eine Diversion war für die Richterin nicht möglich, da Koza bereits im Jahr 2024 wegen der Manipulation einer Anwaltsrechnung unter Verdacht stand und damals eine Diversion erhielt. Er hatte eine private Anwaltsrechnung manipuliert, um sich die Kosten von der Gemeinde erstatten zu lassen, und zahlte die Summe nach einer Diversion zurück.
Politische Folgen
Nach seinem Rücktritt übernahm die ÖVP-Vizebürgermeisterin Birgit Petross die Gemeindegeschäfte. Die Oppositionsabgeordneten legten ihre Mandate nieder, und es sind Neuwahlen im Herbst geplant.