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Operationsrisiko

Ozempic-Patienten in Gefahr: Komplikationen bei Vollnarkose möglich

Ozempic-Patienten in Gefahr: Komplikationen bei Vollnarkose möglich
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2 Min. Lesezeit |

Ozempic & Co. können im OP zur stillen Gefahr werden – und viele Patienten ahnen nicht einmal, warum.

Wer Medikamente wie Ozempic einnimmt, sollte vor einer geplanten Operation besonders aufmerksam sein: GLP-1-Agonisten (Blutzucker- und Gewichtsmedikamente), die sowohl zur Behandlung von Diabetes als auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden, können in Kombination mit einer Vollnarkose zu ernsthaften Komplikationen führen.

Der Grund liegt in der Wirkungsweise dieser Präparate. GLP-1-Agonisten – darunter Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid – verlangsamen die Verdauung und verzögern die Magenentleerung erheblich. Gelangt Mageninhalt während einer Narkose in die Speiseröhre und wird eingeatmet, kann das schwere Schäden an den Atemwegen verursachen.

Studie & Risiken

Genau dieses Risiko steht im Mittelpunkt einer aktuellen britischen Studie. Untersucht wurden knapp 47.000 Patienten. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer GLP-1-Medikamente einnahm, litt deutlich häufiger unter Regurgitation (Rückfluss von Mageninhalt) oder Lungenaspiration – im Schnitt trat ein solcher Vorfall bei einem von 71 Patienten auf.

Kariem El-Boghdadli, Anästhesist am King’s College London und Leiter der Untersuchung, ist unmissverständlich: Ein Therapieabbruch von weniger als drei bis vier Wochen reiche schlicht nicht aus, damit die Wirkung des Medikaments auf den Magen vollständig abklingt. Die Studie empfiehlt, die Einnahme mindestens 25 bis 35 Tage vor einem Eingriff zu beenden.

Unkontrollierter Bezug

Besonders brisant ist ein weiterer Befund: Mehr als 40 Prozent der betroffenen Patienten hatten sich ihre GLP-1-Präparate außerhalb des regulären Gesundheitssystems beschafft – etwa über das Internet. Das bedeutet, dass behandelnde Ärzte und Anästhesistinnen oft gar nicht wissen, welche Medikamente ein Patient tatsächlich einnimmt.

Wer auf solche Quellen zurückgreift, trägt damit ein doppeltes Risiko: jenes des unkontrollierten Bezugs und jenes der fehlenden medizinischen Begleitung vor einem Eingriff. Die American Society of Anesthesiologists hält grundsätzlich an der Empfehlung fest, Diabetes- oder Abnehmmedikamente vor geplanten Operationen weiter einzunehmen – es sei denn, das Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen ist besonders hoch.

Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme kann in solchen Fällen eine flüssige Ernährung in den 24 Stunden vor dem Eingriff in Betracht gezogen werden.

Entscheidend bleibt in jedem Fall: Wer GLP-1-Medikamente einnimmt, sollte das dem behandelnden medizinischen Team unbedingt und frühzeitig mitteilen.

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KO KOSMO-Redaktion
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