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Kärnten

Papier statt Geld: Kunde betrügt Drogendealer und landet vor Gericht

(FOTO: iStock/Ralf Geithe)
(FOTO: iStock/Ralf Geithe)

In Kärnten dreht sich gerade alles um einen ungewöhnlichen Betrugsfall, der die klare Linie zwischen Täter und Opfer verwischt. Ein Drogendealer wurde Opfer eines Betruges, als ein vermeintlicher Kunde ihm für den Kauf von Kokain lediglich Papier anstelle des versprochenen Bargeldes übergab.

Ungewöhnlicher Gerichtsprozess in Kärnten

In einem Setting, das man sonst nur aus Drehbüchern für Kriminalfilme erwarten könnte, beginnt ein unkonventioneller Rechtsstreit. Der langjährige Kunde des Drogendealers Mustafa, der sich zum Kauf von Kokain entschloss, wählte einen außergewöhnlichen Weg, den Deal abzuschließen. Anstelle echtes Geld zu übergeben, täuschte er Mustafa mit einem Bündel Papier. Unzwar des Öfteren: „Wir standen drei Jahre lang in Geschäftsbeziehung, er war mein Dealer. Manchmal habe ich aber zu wenig bezahlt. Auch mal nur Papier in die Geldrolle gesteckt, sodass es nicht gleich auffiel. Dafür hat er sich revanchiert, indem er beim nächsten Mal auch Papierkugerln statt Kokain in die Tüte gepackt hat.“, erklärt der Kunde nun vor Gericht.

Staatsanwältin verschläft

Der Prozess am Landesgericht Klagenfurt begann auch skurril, als die Staatsanwältin den Verhandlungstermin verschlief. Erst nach dringlicher Aufforderung erschien ein Ersatz, und der Richter kündigte an, den Fall an die Oberstaatsanwaltschaft weiterzuleiten. Sitzungsvertreter Christian Pirker äußert sich zu der Anklage, die sich ausschließlich auf das Geständnis des Angeklagten stützt: „Sie stützt sich einzig und allein auf das Geständnis des Angeklagten, das ist schon ungewöhnlich, wie auch der Umstand, dass das Gesetz keinen Unterschied macht, in welchem Umfeld eine Täuschungshandlung passiert“.

Rechtliche Grauzone

Das Gericht musste sich mit einer rechtlichen Grauzone auseinandersetzen, wie die Kronen Zeitung berichtet. Denn es stellt sich die Frage: Kann ein Drogendealer, dessen Handeln eindeutig außerhalb der Legalität steht, selbst Opfer eines Betruges werden und Rechtsansprüche geltend machen? Diese Frage zu klären, wurde zur zentralen Herausforderung des Falles.