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Pride in Belgrad findet nun doch statt

(FOTO: EPA-EFE/ANDREJ CUKIC)
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Die LGBTQ+ Veranstaltung EuroPride 2022, deren Gastgeberin heuer die Stadt Belgrad ist, wird heute vor dem Palast von Serbien feierlich eröffnet und dauert bis Sonntag, 18. September an, teilten die Veranstalter für die Medien mit.

Der traditionelle Umzug, auf den die Veranstalter ausdrücklich bestehen, ist für Samstag, 17. September um 17 Uhr geplant und wird vor dem Parlament Serbiens beginnen.

Neben der internationalen Menschenrechtskonferenz, bei der zahlreiche ausländische Gästen, Diplomaten und Regierungsvertreter erwartet werden, finden im Rahmen der EuroPride 2022 Ausstellungen sowie aktivistische Events, Bildungs- und Kulturveranstaltungen statt.

Die serbische Regierung und der Präsident Aleksandar Vucic hatten sich wegen Sicherheitsbedenken ursprünglich gegen die Abhaltung der EuroPride ausgesprochen.

Nach der Sitzung des Nationalen Sicherheitsgremiums, bei der unter anderem auch über die EuroPride beraten wurde, teilte Vucic mit, dass das serbische Innenministerium innerhalb der gesetzlichen Frist von 96 Stunden vor dem vorgesehenen Termin über die Abhaltung der EuroPride entscheiden werde.

Der EuroPride-Koordinator Goran Miletic unterstrich mehrmals, dass die EuroPride inklusive aller geplanten 130 Veranstaltungen nach Plan stattfinden werde, selbst wenn sie untersagt werden sollte.

Die Stellungnahme der Kirche

Das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche Patriarch Porfirije erklärte am Sonntag, dass die Kirche gegen die Abhaltung der EuroPride sei, weil das Ziel dieser Veranstaltung nicht nur ein Umzug und Unterhaltung seien, sondern eine „Umgestaltung unserer Werte, unserer Gesellschaft und Lebensart, ohne dass wir darum gebeten haben“. Die LGBTQ+ Ideologie sei laut dem Kirchenoberhaupt für Christen nicht annehmbar. Er betonte, dass deren „aufgezwungene Gesellschaftsnormen, die von Gott nicht vorgegeben“ seien, von Christen nicht akzeptiert werden können.

(FOTO: EPA-EFE/ANDREJ CUKIC)

„Wir zwingen unsere Lebensweise niemandem auf und wollen im Gegenzug nicht, dass uns irgendjemand von außen seine Weltsicht und Werte aufzwingt. Wir wollen keine Regelvorgaben von anderen, wir wollen nicht deren Weltanschauung teilen und gesagt bekommen, wie wir sein sollen, denn unser Maßstab sind Gottes Wort und seine Gebote“, erklärte das Kirchenoberhaupt nach dem Gebet vor dem Dom des Heiligen Sava in Belgrad.

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