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Energiekrieg

Putins Energie-Albtraum: Ukrainische Superdrohnen treffen Ostsee-Raffinerie

Putins Energie-Albtraum: Ukrainische Superdrohnen treffen Ostsee-Raffinerie
FOTO: Exilenova_plus/X supernova_plus/X
3 Min. Lesezeit |

Im russischen Ostseehafen Ust-Luga ist eine bedeutende Öl- und Gas-Raffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Flammen aufgegangen. Russische Behörden bestätigten den Vorfall, bei dem ukrainische Langstreckendrohnen am frühen Sonntagmorgen eine der zentralen petrochemischen Verarbeitungsanlagen in Nordwestrussland trafen und erhebliche Schäden verursachten.

Auf Videoaufnahmen sind mindestens zwei direkte Einschläge im Öl- und Gas-Hafen zu sehen, der auch für die Verarbeitung von Gas aus der Nord-Stream-2-Pipeline genutzt wurde. Das Ziel der Attacke war das „Nowatek“-Terminal, von dem aus regelmäßig Rohbenzin- und Gastanker Richtung Asien in See stechen.

Die ukrainischen Streitkräfte setzten für den Angriff, der 860 Kilometer nördlich der ukrainischen Grenze erfolgte, ihre neu entwickelte FP-1-Drohne ein. Diese war erst vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit präsentiert worden und verfügt über eine Reichweite von bis zu 1600 Kilometern. Die Auswirkungen des Angriffs waren weithin sichtbar – das Feuer in Ust-Luga konnte aus großer Entfernung beobachtet werden.

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Strategische Bedeutung der Anlage

Das angegriffene Nowatek-Terminal zählt zu den wichtigsten Energieanlagen Russlands. Die Raffinerie verarbeitete 2024 rund 7.362 Tonnen stabilen Gaskondensat und steigerte damit ihre Produktionsleistung gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent. Die Anlage produziert verschiedene Erdölprodukte für den internationalen Export, darunter Leicht- und Schwerbenzin, Kerosin, Heizöl und Gasöl. Das macht den Ausfall für Russlands Energieexporte besonders schmerzhaft.

Offizielle Reaktionen

Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, versuchte auf seinem Telegram-Kanal, die Schwere des Vorfalls zu relativieren: „Die Trümmer eines unbemannten Flugapparats wurden zur Ursache für einen Brand am Novatek-Terminal“. Er fügte hinzu, dass Feuerwehr und Katastrophenschutz im Großeinsatz seien und über dem strategisch wichtigen Hafen zehn Drohnen abgeschossen worden seien.

Der betroffene Betreiber Nowatek ist ein bedeutender Akteur in der russischen Energiewirtschaft. Der dem Kreml nahestehende Öl- und Gaskonzern betreibt unter anderem eine milliardenschwere Anlage zur Herstellung von Flüssiggas (LNG, Liquefied Natural Gas) auf der arktischen Halbinsel Jamal. Das Terminal in Ust-Luga war bereits in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Angriffe.

Weitere Angriffe

Parallel dazu wurde offenbar auch die Region Samara an der Wolga von Drohnen getroffen. Das unabhängige Portal Astra berichtet von etwa 20 Explosionen, die die Stadt Sysran erschütterten. Gouverneur Vjatceslav Fedorisctev erwähnte auf Telegram lediglich einen Angriff auf ein „Industrieobjekt“, ohne nähere Angaben zum Ziel oder zum Ausmaß der Schäden zu machen.

Russland kämpft derzeit mit einer Benzinknappheit, die durch die zunehmenden Angriffe ukrainischer Drohnen verschärft wird. Erst in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine die wichtigste Pumpstation der Ölleitung „Druschba“ (russische Ölpipeline) angegriffen, die Öl nach Belarus, Ungarn und in die Slowakei transportiert.

Diese Aktion hatte zu scharfen Protesten aus Budapest und Bratislava geführt.

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KO KOSMO-Redaktion
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