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Bei 120 km/h

Rangelei mit betrunkenem Fahrgast: Zugmitarbeiter stürzt aus fahrendem Zug

Rangelei mit betrunkenem Fahrgast: Zugmitarbeiter stürzt aus fahrendem Zug
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Streit im Regionalexpress endet mit einem Sturz aus dem fahrenden Zug – bei 120 km/h.

Ein Mitarbeiter der DB Sicherheit ist am Freitagabend lebensgefährlich verletzt worden, nachdem er während einer körperlichen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt war. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Karlsruhe hervor. Den bisherigen Ermittlungsergebnissen zufolge kontrollierten Fahrscheinprüfer gegen 19.35 Uhr auf der Strecke zwischen Offenburg und Karlsruhe, Deutschland, einen 36-jährigen Fahrgast.

Im Zuge dieser Ticketkontrolle im Regionalexpress kam es zu einem Streit zwischen dem deutschen Fahrgast und den Prüfern, woraufhin diese zwei Kollegen der Bahnsicherheit hinzuriefen. Laut aktuellem Ermittlungsstand soll der mutmaßlich alkoholisierte 36-Jährige die Bahnmitarbeiter zunächst beleidigt haben. Daraufhin eskalierte die Situation zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem Fahrgast und einem 26-jährigen Mitarbeiter der DB Sicherheit.

Sturz bei 120 km/h

Im Verlauf des Gerangels stürzten beide zu Boden. In diesem Moment öffnete sich die Tür des in Fahrt befindlichen Zuges, und der 26-Jährige fiel bei Ettlingen-Bruchhausen in Baden-Württemberg bei einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde aus dem Zug.

Noch im Zug wurde der Beschuldigte von alarmierten Polizisten vorläufig festgenommen. Parallel dazu suchten weitere Beamte nach dem Sicherheitsmitarbeiter und entdeckten ihn rund zwei Kilometer vom Sturz entfernt – schwer verletzt im Gleisbett liegend. Rettungskräfte brachten den 26-Jährigen umgehend in ein Krankenhaus. Weshalb sich die Zugtür geöffnet hatte, ist bislang ungeklärt. Die Kriminalpolizei Karlsruhe hat die Ermittlungen übernommen, der betroffene Zug wurde sichergestellt.

Fall Serkan Calar

Erst kürzlich hatte der Tod des Zugbegleiters Serkan Calar bundesweit Bestürzung ausgelöst. Am 2. Feber wollte der 36-Jährige Ioanni V. (26) im Regionalexpress von Kaiserslautern nach Homburg im Saarland kontrollieren. Der Grieche hatte kein Ticket, verlor die Beherrschung und schlug wiederholt auf den Bahnangestellten ein.

Im Juli wurde V. zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt – für die Angehörigen des Opfers ein zu mildes Urteil. Sie blieben der Urteilsverkündung fern.

V. wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt; die Familie hatte auf eine Verurteilung wegen Mordes gedrängt. Nach dem Urteil des Landgerichts Zweibrücken haben sowohl Nebenklage als auch Verteidigung Revision eingelegt, sodass das Verfahren neu verhandelt werden könnte.

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KO KOSMO-Redaktion
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