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Rechtschreibreform 2025: Diese Wörter werden in Österreich jetzt anders geschrieben

Rechtschreibreform 2025: Diese Wörter werden in Österreich jetzt anders geschrieben
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2 Min. Lesezeit |

Sprachliche Evolution trifft auf klare Regeln: Die neue Ausgabe des Österreichischen Wörterbuchs bringt erstmals Ordnung in die Schreibweise von Anglizismen und modernisiert Interpunktionsregeln.

Die 44. Auflage des Österreichischen Wörterbuchs ist seit Juni 2025 erhältlich. In der Druckversion werden sämtliche Neuregelungen im Anhang erläutert. Der Rechtschreibrat agiert nicht willkürlich bei der Festlegung von Schreibweisen. Vielmehr analysiert er sorgfältig den tatsächlichen Sprachgebrauch in deutschsprachigen Gebieten. Was sich im alltäglichen Sprachgebrauch bereits etabliert hat, wird anschließend zur Regel erklärt, wie Christiane Pabst auf Anfrage der APA erklärte. Sie ist sowohl Chefredakteurin des Österreichischen Wörterbuches (ÖWB) als auch Mitglied des Rechtschreibrates.

Neue Sprachregelungen

Ein Novum der aktualisierten Rechtschreibung ist die erstmalige Normierung von Anglizismen. Diese Regelung klärt Fragen zur Groß- und Kleinschreibung sowie zur Getrennt-, Zusammen- oder Bindestrichschreibung. Zusammengesetzte englische Substantive werden im Deutschen nun entweder mit Bindestrich oder zusammengeschrieben – die Variante mit Leerzeichen ist nicht mehr zulässig. So ist etwa „Work-Life-Balance“ oder „Worklifebalance“ korrekt, während „Work Life Balance“ als Schreibfehler gilt.

Zudem wurde festgelegt, dass englische Verben grundsätzlich mit deutschen Flexionsendungen versehen werden – beispielsweise in der Formulierung „Sie surft im Internet“.

Die Reform umfasst auch Änderungen bei der Verwendung von „f“ und „ph“. Während in Fachsprachen die Schreibweise mit „ph“ beibehalten wird, ist in der Alltagssprache die Variante mit „f“ verbindlich – so erscheint etwa „Delfin“ in Kinderbüchern, während wissenschaftliche Publikationen weiterhin „Delphin“ verwenden. Eine Ausnahme bilden Wörter wie „Philosoph“, die im Sprachgebrauch ausschließlich mit „ph“ existieren.

Interpunktionsänderungen

Bei der Interpunktion gibt es ebenfalls Neuerungen: Erweiterte Infinitivgruppen erfordern nun konsequent einen Beistrich, wie im Beispiel „Es ist möglich, morgen zu kommen“. Der Genitivapostroph bleibt grundsätzlich unzulässig, allerdings mit einer neu eingeführten Ausnahme: Bei Eigennamen von Lokalen und Institutionen darf nach Rufnamen ein Genitivapostroph gesetzt werden, etwa bei „Rudi’s Würstelstand“.

Diese Informationen wurden in einer Aussendung am Dienstag bekannt gegeben.

Die neuen Rechtschreibregeln gelten in Österreich bereits, wobei eine zweijährige Übergangsfrist ab 1. September 2025 eingeräumt wurde. Der Österreichische Bundesverlag bestätigte, dass diese Frist in ganz Österreich einheitlich angewendet wird.