Rekordumsatz, aber sinkender Gewinn: Air Serbia liefert Zahlen, die auf den zweiten Blick mehr verraten als auf den ersten.
Air Serbia hat im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz von 84,34 Milliarden Dinar – umgerechnet rund 720 Millionen Euro – erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 2,78 Prozent. Doch hinter dieser Bestmarke verbirgt sich ein weniger erfreuliches Bild: Der Gewinn ist gesunken, weil die Kosten noch stärker gestiegen sind als die Einnahmen.
Die Betriebsausgaben legten um 5,5 Prozent zu, was den operativen Gewinn von 7,2 auf 5,4 Milliarden Dinar drückte. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 4,17 Milliarden Dinar – nach Abzug von knapp einer Milliarde Dinar an Steuern. Im Jahr zuvor hatte dieser Wert noch bei 4,85 Milliarden Dinar gelegen.
Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 89,6 Milliarden Dinar, die Gesamtausgaben auf 83,9 Milliarden Dinar. Dass die Gesamteinnahmen die reinen Betriebseinnahmen überstiegen, ist vor allem auf deutlich höhere Erträge aus Wechselkursdifferenzen zurückzuführen.
Operatives Wachstum
Operativ legte die Airline dennoch zu: 4,57 Millionen Passagiere wurden im vergangenen Jahr befördert, drei Prozent mehr als 2024. Die Zahl der Flüge stieg um vier Prozent auf 48.925. Von den Betriebseinnahmen entfielen 77,5 Milliarden Dinar auf den Linienverkehr, 3,5 Milliarden Dinar auf Charterflüge und 1,4 Milliarden Dinar auf den Frachtbereich.
Auf der Kostenseite schlugen Produktionsdienstleistungen – darunter technische Wartung, Flugzeugabfertigung, Navigations- und Überfluggebühren, Leasing sowie Start- und Landeentgelte – mit 42,57 Milliarden Dinar zu Buche. Treibstoff, Material und Energie kosteten 19,5 Milliarden Dinar, wobei Kerosin den Löwenanteil ausmachte. Die Personalkosten beliefen sich auf 6,7 Milliarden Dinar.
In den sonstigen Ausgaben sind außerdem 1,1 Milliarden Dinar für Unregelmäßigkeiten im Betrieb enthalten – Entschädigungen an Passagiere etwa für annullierte Flüge. Auf der Einnahmenseite stehen zusätzlich 522,3 Millionen Dinar aus nicht in Anspruch genommenen Tickets sowie 722,4 Millionen Dinar aus spezialisierten Luftverkehrsdienstleistungen.
Solide Finanzlage
Die Flotte wurde durch Leasingverträge für Maschinen von Airbus, ATR und Embraer ausgebaut, zudem wurden Immobilien erworben. Das Anlagevermögen wuchs um mehr als ein Fünftel, während das Umlaufvermögen stabil blieb. Bei Banken hat das Unternehmen 10,55 Milliarden Dinar veranlagt, weitere 2,18 Milliarden Dinar hält es in liquiden Mitteln.
Den langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten von 15,28 Milliarden Dinar stehen kurzfristige Verbindlichkeiten von 22 Milliarden Dinar gegenüber, womit sich die Gesamtverbindlichkeiten auf mehr als 37 Milliarden Dinar summieren. Der Cashflow-Bericht weist mit einem Mittelzufluss von 9,5 Milliarden Dinar ein positives Ergebnis aus, das zur Bedienung von Krediten und Leasingverpflichtungen genutzt wird.
Air Serbia, 1927 unter dem Namen Aeroput gegründet, befindet sich seit zwei Jahren vollständig im Staatsbesitz. Der Eigentümer hat bislang keine Dividenden entnommen, sondern die Gewinne ins Eigenkapital überführt – was Flottenerweiterungen und die Erschließung neuer Destinationen ermöglicht.
Das Unternehmen hält Anteile an mehreren Tochtergesellschaften und gilt manchen als Musterbeispiel für ein funktionierendes Staatsunternehmen.