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Vereinskrise

Roter Stern am Boden: Trainer weg, Krise ohne Ende vor Europa-Hammer

Roter Stern am Boden: Trainer weg, Krise ohne Ende vor Europa-Hammer
(FOTO: EPA / ANDREJ CUKIC)
3 Min. Lesezeit |

Roter Stern steckt in der Krise – und der Trainerwechsel ist erst der Anfang einer schmerzhaften Aufarbeitung.

Roter Stern befindet sich im freien Fall – ohne Trainer, ohne erkennbares Spielsystem, ohne jeden Plan. Was Hapoel Beer-Sheva in Belgrad und im Rückspiel in Beer-Sheva demonstrierte, ist ein Alarmsignal, das nicht länger ignoriert werden kann. Der Mannschaft fehlt jeglicher Rhythmus, jede Zweikampfhärte, jede Aggressivität – und nach sechzig Minuten bricht das Konstrukt regelmäßig in sich zusammen.

Die Spieler wirken langsam, reaktionsträge und im europäischen Laufspiel schlicht nicht konkurrenzfähig. Die Israelis bewegten sich auf dem Rasen wie gut konditionierte Athleten mit scheinbar unbegrenzten Kräften, während die Rot-Weißen schwerfällig, orientierungslos und ohne jede Intensität agierten – als hätten sie monatelang keinen Wettkampf bestritten, anstatt in den entscheidenden Spielen der Saison zu stehen. Hapoel überlief, überspielte und überrannte eine teure Mannschaft, die in der Schlussphase an eine ausgepowerte Truppe ohne Gegenwehr erinnerte.

Stankovics Abgang

Am Ende war Dejan Stankovics vierter gescheiterter Versuch, Roter Stern in die europäische Elite zu führen, nicht mehr zu übertünchen. Der Druck war längst unerträglich geworden, die Tribünen an der Ljutice Bogdana kochten, und die Hilflosigkeit auf dem Platz gipfelte im Rückspiel, als der Trainer selbst wegen Protests die Rote Karte sah – während seine Spieler mit gesenkten Köpfen vor dem tobenden Nordsektor in den Kabinengang flohen.

Der Rücktritt war der einzig logische Schritt – löst aber nur die Hälfte des Problems. Der Abgang des Cheftrainers wirft eine noch drängendere Frage auf: Wer traut sich, wer ist in der Lage und wer hat den Mut, diese demoralisierte Mannschaft in einem Moment zu übernehmen, in dem bereits Viktoria Pilsen aus Tschechien im Kampf um die Europa League wartet?

Dringender Neuanfang

Genau deshalb darf die Vereinsführung jetzt keinen kapitalen Fehler begehen und lediglich einen Ruhigsteller auf die Bank setzen, der die Lage schönredet. Roter Stern braucht in diesem Moment einen Cheftrainer mit echter Autorität und klarer Vision – und ebenso dringend einen erstklassigen Fitnessspezialisten, einen kompromisslosen Profi, der diese träge, stumpfe Truppe körperlich wieder auf Wettkampfniveau bringt. Der Italiener Federico Panoncini ist dieser Aufgabe offensichtlich nicht gewachsen.

Ohne eine sofortige Rückkehr zu Laufarbeit, Zweikampfhärte und spartanischer Disziplin droht das Gastspiel in Pilsen zum totalen Kollaps zu werden.

Nach einem solchen Knockout braucht es enorme Kraft, um sich wieder aufzurappeln – selbst ein deutlich schwächerer Gegner als Viktoria Pilsen wäre in dieser Verfassung gefährlich.

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KO KOSMO-Redaktion
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