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Infrastruktur

Roter Stern plant eines der größten Stadionprojekte seiner Geschichte

Roter Stern plant eines der größten Stadionprojekte seiner Geschichte
(Symbolbild FOTO: iStock)
5 Min. Lesezeit |

Belgrad plant rund um die Marakana ein neues Stadtviertel – und Roter Stern steht vor dem größten Umbau seiner Geschichte.

Das Sekretariat für Urbanismus und Bauwesen der Stadt Belgrad hat eine öffentliche Einsichtnahme zur Erstellung eines Detailregulierungsplans für das Gelände des Stadions von Roter Stern eingeleitet. Der Plan sieht neben der Rekonstruktion der Spielstätte nach FIFA- und UEFA-Standards auch die Errichtung begleitender Wohn-, Geschäfts- und Gewerbebauten vor. Die Einsichtnahme ist vom 6. bis 24. Juli 2026 jeweils werktags von 9 bis 18 Uhr im Gebäude des Städtebauinstituts Belgrad, Bulevar despota Stefana 56, möglich – die entsprechenden Unterlagen sind bereits auf der offiziellen Website der Stadt Belgrad abrufbar.

Ausgangspunkt für den Regulierungsplan ist die Notwendigkeit, Potenziale, Einschränkungen und Entwicklungsprioritäten des Areals zu erfassen und eine tragfähige planerische Grundlage für künftige Bauvorhaben zu schaffen. Gleichzeitig sollen funktionale, technologische und technische Infrastrukturkapazitäten für den Bestand wie auch für geplante Neubauten gesichert werden – unter Wahrung und Verbesserung der bestehenden Umweltbedingungen. Ausgearbeitet wurde das Konzept vom Belgrader Büro „Bureau Cube Partners“.

Geplante Nutzungen

Als Ziele des Regulierungsplans werden unter anderem genannt: die städtebauliche Aufbereitung des Standorts sowie die Festlegung von Gestaltungs- und Bauregeln entsprechend der Grundstücksnutzung, die Überprüfung aller Infrastrukturanschlüsse im Hinblick auf geplante Nutzungsänderungen, die Schaffung von Voraussetzungen für neue Einrichtungen im städtebaulichen Kontext sowie die klare Abgrenzung öffentlicher und sonstiger Nutzungen. Darüber hinaus soll der Sportkomplex mit seinen Begleiteinrichtungen nach einem neuen Raumnutzungskonzept definiert und eine optimale Raumnutzung bei Großveranstaltungen sichergestellt werden – ohne Konflikte mit anderen geplanten Einrichtungen.

Das Stadion „Rajko Mitic“ selbst soll im Rahmen eines umfassenden Sportkomplexes neu gedacht werden. Vorgesehen sind neben offenen und geschlossenen Sportanlagen ein Stadion mit einer Kapazität von bis zu 45.000 Zuschauern, das sämtliche Anforderungen von FIFA und UEFA erfüllt. Innerhalb des Komplexes können zudem selbständige oder in die Stadioninfrastruktur integrierte Objekte entstehen: Verwaltungsgebäude, Internat, Hotel, medizinischer Bereich, VAR-Raum (Videoschiedsrichter), Pavillon, Museum, Unterbringungskapazitäten für Sportler, Sportschule, Fußballakademie für verschiedene Altersgruppen, Trainerakademie, Medienzentrum sowie Kongress- und Konferenzräumlichkeiten.

Neben dem verpflichtenden Sportangebot sind innerhalb des Komplexes auch kommerzielle Einrichtungen und öffentliche Dienste vorgesehen, sofern sie mit der sportlichen Nutzung vereinbar sind. Erlaubt sind unter anderem Geschäftsräume, Büros, Säle, Geschäftsapartments, Einzelhandel, Gastronomie, Hostels und Hotels – entweder als selbständige Objekte oder integriert in die Stadionstruktur.

In der Ausarbeitung wird die Bedeutung des Projekts für den serbischen Sport ausdrücklich hervorgehoben: Roter Stern sei eine Spitzensportorganisation, deren Vereine über Jahrzehnte hinweg herausragende Ergebnisse erzielt und maßgeblich zur Förderung des serbischen Sports beigetragen hätten. Ohne entsprechende infrastrukturelle Voraussetzungen – Sportobjekte, Wettkampfstätten und alle dazugehörigen Einrichtungen – sei das Erreichen und Halten eines hohen Leistungsniveaus schlicht nicht möglich.

Da sich die infrastrukturellen Anforderungen durch technologische Entwicklungen und neue internationale Standards laufend verändern, sei eine zeitgemäße Neugestaltung des Sportkomplexes von vitalem Interesse – nicht nur für Roter Stern, sondern für den serbischen Sport insgesamt, heißt es in der Ausarbeitung weiter.

Festgehalten wird auch, dass innerhalb des Komplexes Grünflächen mit Schutz-, Verbesserungs-, sanitär-hygienischer und sozialer Funktion eingeplant werden müssen. Diese sollen visuell und ästhetisch mit der Architektur der Objekte harmonieren, wobei auf heimische Vegetation und hochwertiges Pflanzenmaterial zu setzen ist. Vorgesehen sind zudem gartenarchitektonische Elemente wie Wege, Wasserelemente und Brunnen sowie eine Standardinfrastruktur mit Bewässerungssystem. Empfohlen wird außerdem die Begrünung von Flachdächern mit mindestens 30 Zentimeter Erdsubstrat sowie von Tiefgaragen mit mindestens 120 Zentimeter Substrat.

Zonierung & Verfahren

In die Berechnung des Bebauungsindex fließen offene Sportplätze nicht ein, das Fußballstadion hingegen schon. Innerhalb der Planungsgrenzen ist die Zone M4 festgelegt – jener Bereich, den derzeit der Nebenplatz und das Verwaltungsgebäude von SD Roter Stern im Norden sowie die Nebenplätze auf der Südseite des Stadions einnehmen. Diese Zone wird künftig als gemischtes städtisches Zentrum mit höherer Geschossigkeit ausgewiesen. Im Erdgeschoss der geplanten Objekte sind kommerzielle Einrichtungen verpflichtend. Der Wohnanteil darf zwischen null und 80 Prozent betragen, der Anteil an Handels-, Gewerbe- und Geschäftsnutzungen zwischen 20 und 100 Prozent – jeweils bezogen auf die einzelne Bauparzelle. Die maximale Traufhöhe in dieser Zone beträgt 28 Meter, jene des zurückgesetzten Geschosses 30,50 Meter.

Die Zone K1 – das Areal nahe dem Kreisverkehr Autokomanda hinter der Tankstelle im Bulevar oslobodenja – ist als kommerziell dominierte Zone vorgesehen. Handels-, Gewerbe- und Geschäftsnutzungen müssen dort mindestens 51 Prozent ausmachen, der Wohnanteil darf höchstens 49 Prozent betragen. Mindestens 40 Prozent der Bauparzelle müssen als Frei- und Grünfläche ausgewiesen sein, davon mindestens 15 Prozent als unbedeckte Grünfläche in direktem Bodenkontakt. Die maximale Traufhöhe liegt hier bei 24 Metern, jene des zurückgesetzten Geschosses bei 26,50 Metern.

Auf Basis der eingereichten Unterlagen und der während der Einsichtnahme einlangenden Einwände wird in der Folge der eigentliche Detailregulierungsplan ausgearbeitet, der seinerseits zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt wird. Die finale Fassung – gegebenenfalls unter Berücksichtigung akzeptierter Einwände – muss schließlich von den Abgeordneten der Stadtversammlung Belgrad beschlossen werden. Erst danach ist die planerische Grundlage für die Erteilung von Standortbedingungen und in weiterer Folge für Baugenehmigungen zur Stadionrekonstruktion und zum Bau der Begleitobjekte geschaffen.

Bereits bei der jüngsten Vereinsversammlung von FK Roter Stern hatte Generaldirektor Zvezdan Terzic das Projekt als eine der größten infrastrukturellen Herausforderungen der Vereinsgeschichte bezeichnet. „Die Marakana soll ihre Geschichte, ihre Tradition und ihre unverwechselbare Identität bewahren und gleichzeitig den höchsten Anforderungen einer neuen Zeit und eines heranwachsenden, immer anspruchsvolleren Publikums gerecht werden“, sagte Terzic. Die erste Phase des Vorhabens, die städtebauliche Klärung, soll nach seinen Angaben spätestens im Frühjahr des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

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KO KOSMO-Redaktion
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