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Flugpreise

Ryanair nicht mehr am billigsten – Diese Airline ist jetzt günstiger

Ryanair nicht mehr am billigsten – Diese Airline ist jetzt günstiger
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4 Min. Lesezeit |

Billigflieger meiden deutsche Flughäfen, während die Ticketpreise steigen. Die 20-Euro-Flüge nach Mallorca gehören der Vergangenheit an – hohe Abgaben bremsen den Markt.

In Deutschland hat sich der Luftverkehr auch fünf Jahre nach der Corona-Pandemie nicht vollständig erholt. Laut Branchenverband BDL (Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft) erreicht das Sitzplatzangebot bis November nur 93 Prozent des Vergleichszeitraums von 2019, während andere europäische Länder das Vorkrisenniveau bereits um 10 Prozent übertreffen. Besonders auffällig ist die Zurückhaltung der Billigflieger, die deutsche Flughäfen aufgrund hoher Kosten meiden. Ihr Angebot in Deutschland liegt bei lediglich 85 Prozent des Vorkrisenniveaus, im restlichen Europa hingegen bei 133 Prozent. Der Verband fordert daher eine Abschaffung der Luftverkehrssteuer und staatliche Beteiligung an den Luftsicherheitskosten.

Die Zeiten extrem günstiger Flüge nach Mallorca für nur 20 Euro sind vorbei, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) belegt. Selbst bei traditionellen Billigfliegern sind die Preise deutlich gestiegen. Verantwortlich dafür sind vor allem das begrenzte Flugangebot sowie die hohen Abgaben und Gebühren in Deutschland.

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DLR-Experte Peter Berster stellt fest, dass die führenden Direktfluggesellschaften längst keine Lockangebote unter 20 Euro mehr anbieten. Ein einfacher Flug ohne Gepäck kostet durchschnittlich zwischen 67 Euro bei Wizz Air und 130 Euro bei Eurowings. Vor einem Jahr bewegten sich die Preise noch zwischen 66 und 110 Euro, wobei Ryanair damals am günstigsten war.

Bei der irischen Airline stieg der Durchschnittspreis innerhalb eines Jahres von 66 auf etwa 80 Euro. Die Lufthansa-Tochter Eurowings verlangt mit durchschnittlich 130 Euro statt zuvor 110 Euro weiterhin die höchsten Preise, bleibt aber gleichzeitig der größte Anbieter im Markt. Easyjet verzeichnete nur einen minimalen Preisanstieg von 84 auf 86 Euro. Als einzige Fluggesellschaft senkte Wizz Air, die hauptsächlich Osteuropa-Verbindungen anbietet, ihren Durchschnittspreis von 94 auf 67 Euro und ist damit aktuell der günstigste Anbieter unter den großen Billigfluggesellschaften ab Deutschland.

Teure Flughäfen

Eine ADAC-Analyse von 120 Kurzstrecken bestätigt, dass deutsche Flughäfen zu den kostenintensivsten in Europa gehören. In Frankfurt fallen pro Passagier 58,60 Euro an staatlichen Abgaben an, in München 49,06 Euro – nur Amsterdam ist noch teurer. Selbst der Flughafen Hannover übertrifft mit 42,13 Euro das internationale Drehkreuz London-Heathrow (41,22 Euro). Vergleichsweise moderat sind die Gebühren am Flughafen Berlin-Brandenburg mit 22,23 Euro.

Marktführer Ryanair hat nach der Pandemie ein starkes Wachstum verzeichnet und beförderte im vergangenen Jahr über 200 Millionen Passagiere – mehr als jede andere europäische Airline. An deutschen Standorten wie Hamburg oder Berlin wurde das Angebot jedoch reduziert. Airline-Chef Eddie Wilson erklärte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Ich kann nicht mehr Flugzeuge in Deutschland stationieren, wenn sie im Rest Europas bessere Renditen einfliegen.“

Sowohl Ryanair als auch Konkurrenten wie Easyjet und Wizz Air konzentrieren ihre Flotten auf Märkte mit niedrigeren Kosten, wo sie schneller profitabel operieren können. Die entstehenden Marktlücken in Deutschland füllt hauptsächlich Eurowings, die trotz höherer Preise auch im laufenden Jahr Gewinne erzielt.

Wilson unterbreitet dem deutschen Staat bereits seit längerem ein Angebot: Ryanair könnte seine in Deutschland stationierte Flotte rasch auf 60 Maschinen verdoppeln, wenn im Gegenzug die Kosten gesenkt würden. Der Airline-Chef fordert von der neuen Bundesregierung die Abschaffung der Luftverkehrssteuer und eine Reduzierung verschiedener Gebühren.

Buchungsstrategien

Für die DLR-Studie wurden am 11. März 2025 zahlreiche europäische Verbindungen mit unterschiedlichen Buchungsfristen zwischen einem Tag und drei Monaten untersucht. Kurzfristige Buchungen erwiesen sich erwartungsgemäß als teuerste Option. Tickets, die nur einen Tag vor Abflug gebucht wurden, kosteten im Durchschnitt zwischen 119 Euro (Wizz Air) und 169 Euro (Eurowings).

Bei einer Vorausbuchung von drei Monaten lagen die Durchschnittspreise zwischen 46 Euro (Ryanair) und 90 Euro (Eurowings). Den höchsten Einzelpreis von 499,99 Euro ermittelten die DLR-Forscher bei Eurowings für eine Verbindung von Düsseldorf nach Stockholm mit einer Woche Vorlauf. Interessanterweise sollte derselbe Flug am Folgetag nur 199,99 Euro kosten.

Diese Erkenntnisse untermauern die ADAC-Einschätzung, dass es keinen idealen Buchungszeitpunkt gibt. Zwar sind frühere Buchungen tendenziell günstiger, doch aufgrund der dynamischen Preisgestaltung der Airlines können die Preise auch kurz vor dem Flugtermin noch sinken, um die Nachfrage anzukurbeln.

Bestimmte Wochentage mit garantierten Bestpreisen existieren nicht.