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Bauprojekt

S80-Chaos für 18 Monate: Wiener Verbindungsbahn wird teils gesperrt

S80-Chaos für 18 Monate: Wiener Verbindungsbahn wird teils gesperrt
(istockphoto: ÖBB)
4 Min. Lesezeit |

Nach jahrelangem Rechtsstreit rollen jetzt die Bagger: Wien bekommt eine modernisierte Verbindungsbahn – mit allem, was dazugehört.

Nach rund 1.300 Tagen Rechtsmittelverfahren ist der Weg nun frei: Die ÖBB nehmen die Hauptarbeiten zur Modernisierung der Wiener Verbindungsbahn in Angriff. Die behördliche Genehmigung liegt vor, wie ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Judith Engel und Karin Zipperer vom Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) mitteilten.

Erste Vorbereitungsmaßnahmen laufen bereits seit März. Darunter fallen Rodungsarbeiten, die aufgrund der Vogelbrutzeit vorgezogen wurden, sowie Schutzmaßnahmen für bedrohte Tierarten. Parallel dazu werden Beweissicherungen durchgeführt und passiver Lärmschutz für betroffene Haushalte vorbereitet.

Für September sind Planausstellungen in den Bezirken Wien-Hietzing und Wien-Penzing geplant. Eine eigens eingerichtete Infobox in der Speisinger Straße 3 soll Anrainerinnen und Anrainer während der gesamten Bauphase mit aktuellen Informationen versorgen.

Erste Bauetappe

Die erste Bauetappe umfasst den Nordabschnitt zwischen Wien Hütteldorf und der Schrutkagasse in Wien-Hietzing. Zentrales Element ist die neu entstehende Haltestelle „Wien Hietzinger Hauptstraße“, die Ende 2029 in Betrieb gehen soll. Die Strecke wird in diesem Bereich auf einer rund 800 Meter langen Hochtrasse geführt, die sich von den Wientalbrücken bis etwa zur Beckgasse erstreckt.

Damit können die Eisenbahnkreuzungen bei der Auhofstraße und der Hietzinger Hauptstraße aufgelassen werden. Als Ersatz für die wegfallenden Kreuzungen entsteht in der Versorgungsheimstraße, über die Jagdschloßgasse, eine neue Unterführung.

In Wien-Penzing werden darüber hinaus mehrere Brücken und Durchfahrten verbreitert. Die Haltestellen „Wien Speising“ und „Stranzenbergbrücke“ erfahren eine Modernisierung beziehungsweise werden neu errichtet. Entlang der gesamten Strecke ist zudem die Errichtung neuer Lärmschutzanlagen vorgesehen.

„Wir sind erleichtert und freuen uns, dass wir nun endlich starten können! Für die Bahnkund:innen bedeutet das, dass der Viertelstundentakt der S80, zwei neue und eine modernisierte Haltestelle für mehr als 20.000 tägliche Ein- und Aussteiger:innen und eine attraktive, optimal verknüpfte West-Ost-Verbindung quer durch die Stadt Realität werden können“, erklärte Engel.

Einschränkungen für Fahrgäste

Die Bauarbeiten bringen für Fahrgäste der S80 zwischen Wien Hütteldorf und Wien Aspern Nord erhebliche Einschränkungen mit sich. Vom 4. Juli bis zum 6. September 2026 verkehrt die Linie ausschließlich zwischen Wien Aspern und Wien Hauptbahnhof. Die Stationen Matzleinsdorfer Platz, Wien Meidling, Wien Speising und Wien Hütteldorf werden in diesem Zeitraum nicht bedient.

Ab dem 7. September bis voraussichtlich Ende 2027 beschränkt sich der Betrieb auf den Abschnitt zwischen Wien Aspern und Wien Meidling. Mit Schulbeginn wird die Linie von Wien Meidling aus als S3 bis nach Mödling verlängert. Ursache für diese Einschränkungen ist der während der Bauphase erforderliche eingleisige Betrieb.

Für den betroffenen Abschnitt richten die ÖBB Busverbindungen zwischen Wien Hütteldorf und Wien Meidling ein, die unter anderem in Wien Speising und an der Hietzinger Hauptstraße halten. Ab September sollen diese Busse werktags tagsüber im 15-Minuten-Takt fahren, außerhalb dieser Zeiten gilt ein 30-Minuten-Intervall – vergleichbar mit dem derzeitigen Takt der S80 ab 5 Uhr früh.

„Wir haben ein richtungsweisendes Ersatzangebot mit Bussen entwickelt, mit dem wir bereits heute die zukünftige Haltestelle ‚Hietzinger Hauptstraße‘ anbinden. Die im Straßenverkehr fahrenden Busse brauchen für die Strecke zwar länger als die Züge, die Fahrgäste profitieren aber von einer Verdoppelung der Frequenz. Damit fahren wir im Ersatzangebot tagsüber bereits den geplanten 15-Minuten-Takt der S80″, führt VOR-Geschäftsführerin Karin Zipperer aus.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten, der für das Jahr 2036 angepeilt wird, soll die S80 schließlich dauerhaft im Viertelstundentakt verkehren.

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KO KOSMO-Redaktion
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