Die Animationsserie South Park erlebte einen bemerkenswerten Popularitätsschub von 258 Prozent nach der Ausstrahlung einer kontroversen Episode, die den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump aufs Korn nahm. In der Episode „Die Bergpredigt“ setzten die Serienschöpfer Trey Parker und Matt Stone auf ihre typisch provokante Erzählweise, um den republikanischen Politiker zu parodieren.
Der gewagte Humor mag viele schockiert haben, erwies sich jedoch als Quotenmagnet für die Kultserie. Daten des Streaming-Analyseunternehmens JustWatch belegen den beeindruckenden Anstieg der Zuschauerzahlen um mehr als das Zweieinhalbfache. South Park katapultierte sich damit an die Spitze der Streaming-Charts und ließ populäre Formate wie „Untamed“ (Netflix), „The Osbournes“ und Amazons „The Summer I Turned Pretty“ hinter sich.
Dieser massive Zuschauerzuwachs ereignete sich innerhalb nur eines Tages nach dem Start der 27. Staffel, deren Auftaktepisode für den Wirbel sorgte.
Kontroverse Szenen
Besonders eine Szene sorgte für Aufregung: Die animierte Trump-Figur wird im Bett mit dem Teufel gezeigt und sagt: „Komm schon, Satan, ich habe den ganzen Tag hart gearbeitet.“ Satan entgegnet daraufhin: „Hast du nicht! Du hast nur deine dummen Memes gepostet und herumgealbert.“
Als Trump dann die Bettdecke zurückschlägt und meint: „Komm schon, Satan, du weißt, dass du dem nicht widerstehen kannst!“, bemerkt der Höllenfürst einen winzigen Penis und kommentiert trocken: „Ich sehe nichts, er ist so klein.“
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Weiße Haus reagiert
Wie zu erwarten, stieß die Episode im Weißen Haus auf wenig Gegenliebe. Sprecherin Taylor Rogers äußerte sich gegenüber dem Musikmagazin Rolling Stone: „Die Heuchelei der Linken kennt wirklich keine Grenzen – jahrelang haben sie South Park wegen angeblich ‚beleidigender‘ Inhalte kritisiert, und jetzt bejubeln sie die Serie plötzlich.“
Sie fügte hinzu, dass weder die politische Linke noch die South-Park-Autoren originelle Inhalte liefern könnten, was deren sinkende Popularität erkläre. „Diese Serie ist seit mehr als 20 Jahren nicht mehr relevant und versucht verzweifelt, mit uninspirierten Ideen zu überleben. Präsident Trump hat in sechs Monaten mehr Versprechen erfüllt als jeder andere Präsident in der Geschichte unseres Landes, und keine viertklassige Serie kann seine Siegesserie stoppen“, so Rogers weiter.
Serienerfinder Trey Parker reagierte auf die Kontroverse während einer Diskussionsrunde auf der San Diego Comic-Con mit dem für South Park charakteristischen Humor.
Er sagte lediglich „Es tut uns schrecklich leid“, gefolgt von einer langen, todernsten Pause – was beim Publikum für Heiterkeit sorgte.
Strategische Provokation mit Erfolgsgarantie
Die Strategie der gezielten Provokation hat sich für die Serie einmal mehr ausgezahlt. Branchenanalysten bestätigen, dass South Park mit seinem Plus von über 250 Prozent alle anderen Formate deutlich hinter sich ließ. Besonders bemerkenswert: Der Erfolg beschränkte sich nicht nur auf die Streaming-Zahlen, sondern setzte sich auch bei der medialen Aufmerksamkeit fort.
Die Macher nutzten die Kontroverse geschickt, um die Diskussion um ihre Serie weiter anzufachen. Auf der San Diego Comic-Con traten Parker und Stone vor rund 6.000 begeisterten Fans auf und kommentierten die Debatte rund um politische Satire und Grenzüberschreitungen in ihrem typisch ironischen Stil. Die Verbindung von scharfer politischer Satire mit sexuellen Tabus hat sich dabei als bewährtes Rezept für die Aufmerksamkeitsökonomie im digitalen Zeitalter erwiesen.