Serbien erlebte beim Eurovision-Halbfinale einen Skandal: Die „Harem Girls“, bestehend aus einer Frau und vier Dragqueens, sorgten für heftige Kontroversen.

Am Dienstag fand in Serbien das erste Halbfinale der nationalen Auswahl für den Eurovision Song Contest im Mai statt, bei dem die „Harem Girls“ im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen. Diese Band, bestehend aus einer Frau und vier Dragqueens, sorgte in dem traditionell konservativen Land für erhebliche Kontroversen.
Einen Tag nach ihrem Erfolg, sich für das serbische Finale am Freitag zu qualifizieren, wurden die Social-Media-Plattformen von Portalen wie „Blic“ und „Eurovision Song Serbia“ mit Hunderten meist feindseligen Kommentaren überschwemmt. Dabei stand weniger das Lied selbst im Fokus, das von Fans als typisch serbisch beschrieben wird. Vielmehr sorgt der Auftritt der Dragqueens in dem Balkanland, das in vielen Belangen noch nicht so offen ist wie andere Länder, für großen Unmut.
Hasskommentare und Intoleranz
In den Kommentaren wird der Auftritt als Schande für Serbien bezeichnet, und Begriffe wie „Störung“ oder „Aufmerksamkeitssuche“ fallen. Einige Kommentatoren bitten um göttlichen Beistand und sprechen von „satanischen, dämonischen Dienern“ oder „satanischen Wahnsinnigen“ und behaupten, die Tore der Hölle hätten sich geöffnet. Besonders extreme Stimmen gehen sogar so weit, sich zu wünschen, Ziegelsteine oder Raketen würden auf die Bandmitglieder geworfen.