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Technologiesprung

Satelliten-Handys und KI-Netze: 6G soll alles richten

Satelliten-Handys und KI-Netze: 6G soll alles richten
(istockfoto: Handymasten)
3 Min. Lesezeit |

Noch läuft 5G nicht rund – doch die Branche denkt schon weiter. Was 6G können soll, klingt nach Zukunft.

Während 5G in vielen Regionen noch immer auf seinen flächendeckenden Einsatz wartet, richtet die Technologiebranche ihren Blick bereits auf den nächsten Mobilfunkstandard: 6G. Die Entwicklung befindet sich derzeit in einem frühen Stadium, eine marktreife Einführung gilt frühestens ab 2030 als realistisch. Wie das Technikportal „The Verge“ berichtet, werden auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona unter anderem Konzepte für nahtlose Satellitenverbindungen, drahtlose Umweltsensorik sowie KI-gestützte Netzwerkarchitekturen vorgestellt.

Satelliten & KI

Als einer der wesentlichen Fortschritte gilt die engere Verknüpfung von Satellitenkommunikation und klassischen Mobilfunknetzen. Smartphones könnten künftig vollautomatisch zwischen bodengebundenen Netzen und Satelliten wechseln – ganz ohne Eingriff der Nutzerinnen und Nutzer. Besonders in schwer erreichbaren Gebieten oder während Reisen auf See und in der Luft würde das eine deutlich zuverlässigere Verbindung bedeuten.

Ein weiterer zentraler Entwicklungsstrang betrifft die direkte Einbettung von künstlicher Intelligenz in die Netzinfrastruktur. Basisstationen sollen demnach mit leistungsfähigen Prozessoren ausgestattet werden, die Netzoptimierungen und KI-Anwendungen lokal verarbeiten können. Dienste wie Echtzeit-Übersetzungen oder erweiterte Augmented-Reality-Anwendungen, die heute noch auf entfernte Rechenzentren angewiesen sind, könnten damit direkt im Netz ausgeführt werden.

5G-Versprechen unerfüllt

Kritiker sehen in diesen Ankündigungen allerdings Parallelen zum einstigen Hype um 5G – und das nicht ohne Grund. Sechs Jahre nach der 5G-Frequenzversteigerung in Deutschland bleiben zentrale Versprechen des Standards nach wie vor uneingelöst. Wie das „Handelsblatt“ im vergangenen August berichtete, hat keiner der drei großen deutschen Netzbetreiber die international festgelegte Latenzmarke für Echtzeitkommunikation von unter zehn Millisekunden erreicht.

Besonders gravierend ist die Situation bei der technisch fortgeschrittenen 5G-Variante: Europa erreicht derzeit nur rund drei Prozent Abdeckung mit 5G-Stand-alone-Netzen (5G SA). Diese eigenständigen 5G-Netze gelten als Voraussetzung für viele der ursprünglich versprochenen Anwendungsszenarien wie autonomes Fahren oder industrielle Echtzeitsteuerung.

Der Branchenverband VDA (Verband der Automobilindustrie) sieht in den nach wie vor hohen Latenzen ein ernstes Hindernis für zukunftsweisende Anwendungen in der Automobil- und Fertigungsindustrie. Bei vielen Unternehmen und Anwenderinnen hat sich dadurch der Eindruck verfestigt, dass 5G im Wesentlichen ein beschleunigtes 4G geblieben ist – kein revolutionärer Sprung in neue Nutzungsszenarien.

Interne Quellenprüfung (bitte vor Veröffentlichung entfernen)

  1. Zusatzinfo: Europa erreicht derzeit nur rund drei Prozent Abdeckung mit 5G-Stand-alone-Netzen (5G SA).
    Quelle 1: Euronews (2026-03-02)
    Quelle 2: GSMA (zitiert in Euronews) (2026-03-02)

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KO KOSMO-Redaktion
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