Lautes Telefonieren und Musikhören ohne Kopfhörer in Wiens Öffis soll bald Konsequenzen haben. Die Stadt setzt zunächst auf Bewusstseinsbildung mit Wiener Schmäh.
In den Wiener öffentlichen Verkehrsmitteln sorgen täglich lautes Telefonieren und das Abspielen von Musik ohne Kopfhörer für Unmut unter den Fahrgästen. Obwohl die Hausordnung der Wiener Linien solches Verhalten bereits untersagt, fehlt es offenbar an der konsequenten Umsetzung. Bei täglich 2,4 Millionen Passagieren in den Wiener U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen sind klare Verhaltensregeln unerlässlich.
Die bestehende Hausordnung verbietet ausdrücklich „jedes Verhalten, das die ruhige Privatsphäre anderer Menschen nachhaltig stört“ – darunter fällt explizit auch das laute Telefonieren sowie das Konsumieren von Musik oder Videos ohne Kopfhörer. Die Wiener Linien räumen ein, dass diese Regeln zwar kontrolliert werden, Verstöße derzeit jedoch nicht mit Strafen geahndet werden.
Neue Maßnahmen
Verkehrsstadträtin Ulli Sima und die Wiener Linien planen nun, zunächst durch verstärkte Bewusstseinsbildung an die Einhaltung der Regeln zu appellieren. Dies soll mit einer Prise „Wiener Schmäh“ und „Augenzwinkern“ geschehen. Gleichzeitig werden die Sicherheitsmitarbeiter der Wiener Linien die Einhaltung der Vorschriften intensiver überwachen.
Sollten diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, könnten in einem weiteren Schritt auch Strafen verhängt werden, wie aus dem Büro der Verkehrsstadträtin verlautet.
Internationale Vorbilder
Das Vorgehen gegen Lärmbelästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln ist international keine Seltenheit: Aus dem Büro der Stadträtin wird darauf verwiesen, dass in Frankreich und Portugal bereits Strafen für übermäßigen Lärm durch Handynutzung verhängt werden können.
⇢ Massentourismus außer Kontrolle – diese Insel verhängt strenge Regeln!
In England wird diese Möglichkeit derzeit intensiv diskutiert.
Die Initiative erinnert an die Einführung des Essverbots in allen Wiener U-Bahn-Linien im Jänner 2019. Damals basierte die Entscheidung auf einer umfangreichen Befragung, an der nach Angaben der Wiener Linien mehr als 50.000 Personen teilnahmen. Die damalige Regelung wurde durch eine breit angelegte Kampagne mit Plakaten, Durchsagen und Hinweisen auf den Anzeigetafeln begleitet.
Ab März soll eine neue Informationskampagne der Wiener Linien die Fahrgäste zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme in den öffentlichen Verkehrsmitteln motivieren.