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Preissteigerung

Schock für EVN-Kunden: Strompreise explodieren!

Maria Enzersdorf Südstadt, Verwaltungsgebäude der EVN. (FOTO: wikimedia/Hans Novaczek/EPA-EFE/LUONG THAI LINH)
Maria Enzersdorf Südstadt, Verwaltungsgebäude der EVN. (FOTO: wikimedia/Hans Novaczek/EPA-EFE/LUONG THAI LINH)

In einer beispiellosen Preissteigerungswelle sahen sich die Kunden des niederösterreichischen Landesenergieversorgers EVN plötzlich mit erhöhten Strom- und Gaspreisen konfrontiert, die laut Angaben des Verbraucherschutzvereins (VSV) für einige um bis zu 500 Prozent angezogen wurden.

Der Vorwurf steht im Raum, dass infolge gesetzlicher Richtlinien – konkret § 80 Abs 2a ElWOG und § 125 (2) GWG – sowie den eigenen Informationsrichtlinien der EVN, die transparente Kundekommunikation bezüglich der Preisanpassungen mangelhaft durchgeführt oder gar ganz unterlassen wurde. Das zentrale Argument des VSV liegt darin, dass die betroffenen Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, nicht die Gelegenheit erhalten hätten, durch frühzeitige Information auf die Preiserhöhung zu reagieren, beispielsweise durch Inanspruchnahme ihres Sonderkündigungsrechts.

Der Verbraucherschutzverein sieht darin einen eklatanten Verstoß gegen die Informationspflicht des Versorgers und hat daher Strafanzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingereicht. Der VSV bietet gleichzeitig den betroffenen Haushalten sowie Klein- und Mittelunternehmen rechtliche Unterstützung an, um gegen die nach ihrer Auffassung unzulässige Preiserhöhung vorzugehen.

EVN hingegen weist die Anschuldigungen von sich

Die Kommunikation an die Kunden sei gemäß deren Wunsch erfolgt, manche hätten jedoch keinen Kontaktweg angegeben. Stefan Zach, Sprecher der EVN, betont, dass die Tarifanpassungen aufgrund von Schwankungen an den Energiegroßhandelsmärkten, beeinflusst durch COVID-19 und den Ukraine-Konflikt, notwendig geworden waren. Bei Vertragsabschluss seien Kunden über eine zwölfmonatige Preisgarantie informiert worden, wonach Anpassungen möglich sind. Der Vorwurf, Kunden bewusst nicht informiert zu haben, um einen Wechsel zu verhindern, wird als grundlos zurückgewiesen. EVN sieht einer möglichen Klage daher gelassen entgegen und bezeichnet die Vorwürfe als unbegründet.