Start NEWS PANORAMA Serbischen Namen aufgegeben: “Ich hatte Scham, weil wir als Aggressoren angesehen wurden”
NACHNAMEN

Serbischen Namen aufgegeben: “Ich hatte Scham, weil wir als Aggressoren angesehen wurden”

(FOTO: zVg.)

Der serbisch-englische Trainer hieß einst Nestor Jevtić, aber schämte sich für seinen “ić”-Namen, weil Kriegsverbrecher wie Slobodan Milosević ihn teilten.

Nestor El Maestro, ein Serbe, der auch einen englischen Pass hat, ist neuer Trainer des türkischen Erstligisten Göztepe Izmir. Und nein, Nestor El Maestro ist kein Spitzname, sondern sein richtiger Name. Dies war nicht immer so. Nestors Nachname war nämlich Jevtić. Erst später in seinem Leben änderte er seinen Namen zweimal.

Das erste Mal vor zwanzig Jahren, also nach seiner Ankunft in England, wurde er Josh Smith. Danach änderte er seinen Namen noch einmal und zwar in Nestor El Maestro. Der einzige Grund: Er fand es klang großartig. Nestor stammt aus Belgrad und seine Liebe zum Fußball wurde ihm von seinem Vater vererbt, der ihn schon in jungen Jahren zu Spielen von Roter Stern mitnahm.

„Ich wollte dieses ‚ić‘ loswerden. Nach so vielen Jahren in England fühlte ich mich wie ein Brite und schämte mich, aus Serbien zu kommen, das damals in der Welt als Aggressor bekannt war. “Der Tyrann Slobodan Milosevic, dessen Nachname genau wie meiner endete, wurde wegen Kriegsverbrechen angeklagt”, sagte er in einem Interview mit the Guardian. Nestor El Maestro ist jetzt 38 Jahre alt und hat eine solide Trainerkarriere. Es begann in England in den Amateurkategorien, und danach versuchte er, höhere Level zu erreichen.

Denkwürdige Aktionen
Antworten erhielt er von der West Ham Academy, gefolgt von einer Einladung aus Österreich für einen Job bei der Austria. Auf Schalke wurde er der jüngste Assistent in der Geschichte der Bundesliga, in Deutschland arbeitete er auch in Hannover und Hamburger. Weitere Erfolge feierte er bei Spartak Trnava, ZSKA Sofija und Sturm Graz. Neben dem Vor- und Nachnamen ist El Maestro auch für verschiedene Feiern auf dem Feld bekannt. In Bulgarien fiel er auf die Knie und bat den Schiedsrichter, das Spiel zu verlängern, und in der Slowakei kletterte er auf die Bank, um den Sieg zu feiern.