Der serbische Pass ermöglicht seinen Inhabern derzeit visumfreien Zugang zu 140 Ländern weltweit. Verhandlungen über die Einführung visumfreier Regelungen mit weiteren 30 Staaten laufen bereits, was das serbische Reisedokument bald zu einem der stärksten der Welt machen könnte.
Dies erklärte der Generalsekretär des serbischen Außenministeriums, Dusan Kozarev, der darauf hinwies, dass der serbische Pass nach dem Passport Power Index bereits jetzt unter den 35 stärksten Reisedokumenten weltweit rangiert.
Laut Kozarev belegt der serbische Pass im renommierten Henley-Index, der die Stärke von Reisedokumenten anhand der visumfreien Zugangsmöglichkeiten bewertet, aktuell Platz 35. „Dies ist die beste Platzierung, die unser roter Pass je erreicht hat“, betonte der Generalsekretär. Unter den Ländern, mit denen Serbien derzeit über visumfreie Regelungen verhandelt, befinden sich auch mehrere traditionell bei serbischen Bürgern beliebte Reiseziele.
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Die Verhandlungen umfassen etwa 30 Staaten aus verschiedenen Weltregionen, darunter auch das Vereinigte Königreich. Zum Vergleich verwies Kozarev auf den Spitzenreiter im Henley-Index, Singapur, dessen Bürger visumfrei in 193 Länder reisen können. Die USA belegen Platz 10, während China auf Rang 64 liegt. Russland und die Türkei teilen sich Platz 49.
Südamerika-Fortschritte
Mit besonderer Zufriedenheit berichtete Kozarev von der kürzlich in Kraft getretenen visumfreien Regelung mit Venezuela. Damit benötigen serbische Staatsbürger in Südamerika nur noch für Guyana und Paraguay ein Visum. „In Zentralamerika gibt es Länder, die auf der weißen Schengen-Liste stehen, aber mit denen wir noch bilaterale Vereinbarungen zur Visumfreiheit treffen müssen“, erläuterte der Generalsekretär.
Der bevorstehende Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten, an dem der serbische Außenminister Marko Djuric teilnehmen wird, bietet laut Kozarev eine günstige Gelegenheit für weitere Fortschritte. In den kommenden Wochen sollen im Rahmen bilateraler Gespräche mit Ländern aus Zentralamerika und der Karibik konkrete Vereinbarungen finalisiert werden. Details wollte Kozarev vorerst nicht preisgeben, um „positive Überraschungen“ für die serbischen Bürger zu ermöglichen.
Historische Verbindungen
Der Generalsekretär erinnerte an den legendären roten Pass Jugoslawiens, der Mitte der 1980er Jahre auf dem Höhepunkt seiner Stärke war. Damals konnten jugoslawische Bürger in viele Regionen visumfrei reisen, mit denen Serbien auch heute noch gute Beziehungen pflegt – nicht zuletzt dank der Bewegung der Blockfreien Staaten. Diese Verbindungen wurden unter anderem durch eine große Konferenz im vergangenen Jahr unterstrichen, bei der fast alle afrikanischen Länder vertreten waren und der serbische Präsident als Gastgeber fungierte.
„Diese traditionellen Verbindungen bestehen weiterhin – sowohl auf zwischenmenschlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene. In internationalen Organisationen stehen wir häufig auf derselben Seite“, erklärte Kozarev. „Allerdings müssen wir noch immer die Folgen der 1990er Jahre bewältigen, als Kriege und Sanktionen zur Einführung von Visapflichten für Serben führten. Dabei müssen wir einerseits unsere Freundschaften und Interessen wahren, andererseits aber auch unseren Weg zur EU-Vollmitgliedschaft nicht gefährden, indem wir unsere Verpflichtung zur Anpassung an das EU-Visaregime einhalten.“
Die einst für den jugoslawischen Pass charakteristische Möglichkeit, ohne Visum durch ganz Afrika zu reisen, besteht heute nicht mehr, da nicht alle afrikanischen Länder auf der weißen Schengen-Liste stehen. „Wo es möglich ist, bemühen wir uns jedoch, visumfreie Regelungen einzuführen oder zu erneuern“, betonte Kozarev. Mit Ländern auf der weißen Schengen-Liste arbeite man generell daran, gegenseitige Reisehindernisse abzubauen.
Abschließend hob Kozarev die Fortschritte Serbiens bei der Einführung elektronischer Visa hervor.
Erst Anfang dieser Woche seien die ersten Reisenden mit E-Visa – Staatsbürger aus Lesotho – am Flughafen Nikola Tesla in Belgrad eingetroffen.