Trotz angekündigter Preissenkungen bleiben Energie Steiermark und KELAG die teuersten Stromanbieter im Land – während ihre Gewinne um bis zu 297 Prozent gestiegen sind.
Die Inflation hat im August mit 4,1 Prozent einen deutlichen Anstieg verzeichnet, wie die aktuellen Daten der Statistik Austria bestätigen. Österreichische Haushalte spüren die Auswirkungen der Teuerung nach wie vor erheblich – besonders bei den Ausgaben für Strom und Energie. Obwohl zahlreiche Stromanbieter Preissenkungen in Aussicht gestellt haben, ist die Entlastung für viele Verbraucher bislang kaum wahrnehmbar. Besonders auffällig: Die Energie Steiermark und die KELAG zählen weiterhin zu den kostspieligsten Stromversorgern des Landes, wie auch die Krone berichtet.
Die steirischen Energieversorger werden ihre Tarife ab dem 1. Oktober 2025 zwar um etwa 25 Prozent reduzieren und die Kärntner Anbieter um zehn Prozent, doch im Vergleich zu alternativen Anbietern bleiben die Kosten für Haushalte überdurchschnittlich hoch. Laut Berechnungen des Vergleichsportals durchblicker.at können Verbraucher durch einen Anbieterwechsel jährliche Einsparungen von bis zu 356 Euro erzielen. Konkret bedeutet das: Ein Vier-Personen-Haushalt in Villach zahlt selbst nach der angekündigten Preisanpassung bei der KELAG rund 241 Euro mehr als beim günstigsten Konkurrenzanbieter. In der Steiermark beläuft sich diese Differenz sogar auf bis zu 356 Euro.
Rekordgewinne trotz Krise
Für zusätzlichen Unmut sorgt die finanzielle Entwicklung der betroffenen Unternehmen. Das Momentum Institut weist darauf hin, dass die KELAG ihre Gewinne im Vergleich zu den Jahren vor der Krise um 297 Prozent steigern konnte, während die Energie Steiermark einen Gewinnzuwachs von 167 Prozent verzeichnete. Energieexperte Stefan Spiegelhofer kommentiert: „Ein Preisnachlass von zehn oder 25 Prozent wirkt angesichts solcher Rekordgewinne vergleichsweise gering und sorgt bei vielen Haushalten für Unmut.“ Die Energie Steiermark weist diese Kritik zurück und bezeichnet den Vergleich als „unlauter“, da flexible Tarife mit Festpreisangeboten verglichen würden. Zudem bestreitet das Unternehmen den Vorwurf, übermäßige Gewinne zu erwirtschaften.
Anbieterwechsel leicht gemacht
Ein Wechsel des Stromanbieters bleibt für Verbraucher eine effektive Strategie zur Kostenreduktion. Über Vergleichsplattformen wie durchblicker.at lassen sich passende Angebote identifizieren. Für den Wechselprozess benötigen Interessenten lediglich ihre persönlichen Daten sowie die auf der letzten Stromrechnung vermerkte Zählpunktnummer. Die Kündigung beim bisherigen Anbieter übernimmt der neue Versorger, und der Wechsel vollzieht sich in der Regel innerhalb von zwei Wochen – ohne Unterbrechung der Stromversorgung.
Detaillierte Informationen zum Thema Stromanbieter und wie man aktuell bis zu 356 Euro einsparen kann, sind auf Finanz.at verfügbar.