Die britische Regierung prüft derzeit ein mögliches Verbot sozialer Medien für minderjährige Nutzer, um den Schutz von Kindern im digitalen Raum zu verstärken. Wie am Montag bekannt wurde, erwägt London neben einem solchen Verbot nach australischem Vorbild auch verschärfte Regelungen für die Handynutzung an Schulen.
Technologieministerin Liz Kendall betonte in ihrer Stellungnahme, dass die aktuell geltenden gesetzlichen Regelungen nie als endgültige Lösung konzipiert waren. „Deshalb bin ich bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte die Ministerin.
Mit dieser Initiative reiht sich Großbritannien in eine wachsende Zahl von Staaten ein, die auf die zunehmenden Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von Bildschirmzeit und sozialen Netzwerken auf das psychische Wohlbefinden von Heranwachsenden reagieren. Erst kürzlich hatte Dänemark angekündigt, soziale Medien für Kinder unter 15 Jahren zu untersagen.
Internationale Vorbilder
Um von internationalen Erfahrungen zu profitieren, plant die britische Regierung, Regierungsvertreter nach Australien zu entsenden. Der Inselstaat hatte im vergangenen Monat als weltweit erstes Land ein Verbot sozialer Medien für Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt.
Auch auf europäischer Ebene gibt es Bestrebungen zum verstärkten Jugendschutz im digitalen Raum.
Die EU-Kommission kündigte vor kurzem an, zu überprüfen, ob Plattformen wie YouTube und Snapchat die Jugendschutzbestimmungen des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) einhalten.