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Suchtgefahr

Social-Media-Verbot im Büro: Firmen sperren Instagram & Co

Social-Media-Verbot im Büro: Firmen sperren Instagram & Co
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Smartphone weg – und dann? Was im Büro als Kleinigkeit gilt, entpuppt sich für viele als echte Herausforderung.

Soziale Medien sind längst fester Bestandteil des Alltags – sie strukturieren den Tagesablauf, bieten Unterhaltung und Ablenkung zugleich. Doch dieses Phänomen beschränkt sich nicht mehr auf Schulen oder Freizeitkontexte: Auch in der Arbeitswelt hat die Ablenkung durch das Smartphone erheblich zugenommen.

Sägeblatt-Effekt

Der Grazer Arbeitspsychologe Martin Weßel sieht darin ein ernstes Problem und beschreibt die Folgen mit dem Begriff des „Sägeblatt-Effekts“: „Man ist sozusagen hochkonzentriert, wird dann aber abgelenkt, da reichen schon wenige Sekunden. Man muss dann wieder ganz viel Energie aufbringen, um auf das Konzentrationsniveau vom Anfang zu kommen. Das führt zu Fehlerhäufigkeiten.“ Manche Unternehmen reagieren darauf mittlerweile mit konsequenten Gegenmaßnahmen – darunter die technische Sperrung von Social-Media-Kanälen über die WLAN-Einstellungen im Betriebsgebäude.

Dass Beschäftigte zunehmend durch Instagram und ähnliche Plattformen von ihrer Arbeit abgelenkt werden, ist für viele Betriebe kein Randthema mehr. Einige Firmen greifen deshalb zu drastischen Schritten und unterbinden den Zugang zu sozialen Netzwerken innerhalb ihrer Räumlichkeiten. Wie verbreitet die intensive Nutzung sozialer Medien ist, zeigt eine Jugendstudie des ORF-Radiosenders Hitradio Ö3: Mehr als die Hälfte der rund 24.000 befragten jungen Menschen in Österreich verbringt täglich mindestens drei Stunden auf Social-Media-Plattformen, jeder Fünfte sogar mehr als fünf Stunden.

Sucht oder Gewohnheit?

Ob eine solche Nutzung bereits als Sucht einzustufen ist, hängt nicht allein von der aufgewendeten Zeit ab – entscheidend ist vielmehr die Funktion, die soziale Medien im persönlichen Leben einnehmen. Das erläuterte Claudia Kahr, Geschäftsführerin der Grazer Suchtpräventionsstelle Vivid: „Ist es für mich Belohnung? Brauche ich es zum Entspannen? Oder habe ich es gar nicht bemerkt und es passiert schon automatisch? Ist es eine Gewohnheit und ich habe schon ein bisschen die Kontrolle darüber verloren?“

Als praktische Methode zur Selbsteinschätzung empfahl Kahr, bewusst für eine gewisse Zeit auf soziale Medien zu verzichten und die eigene Reaktion auf diesen Verzicht aufmerksam zu beobachten.

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KO KOSMO-Redaktion
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