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Weltraumschrott

SpaceX-Absturz vergiftete Atmosphäre – Forscher alarmiert

SpaceX-Absturz vergiftete Atmosphäre – Forscher alarmiert
Foto: epa/CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH
2 Min. Lesezeit |

Ein Feuerball über Europa, Trümmer auf polnischem Boden – und nun ein Fund, der die Wissenschaft aufhorchen lässt.

Als eine Raketenstufe des Raumfahrtunternehmens SpaceX im Februar 2025 als leuchtender Feuerball über Westeuropa niederstürzte und dabei Trümmer unter anderem auf polnischem Boden hinterließ, sorgte das Ereignis für breites Aufsehen. Doch der Absturz hatte offenbar noch eine weitere, zunächst unsichtbare Konsequenz: In großer Höhe bildete sich eine nachweisbare Wolke aus Metallpartikeln.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, „eine direkte Verbindung zwischen einem bekannten Stück Weltraumschrott, das auf die Erde stürzte, und der Verschmutzung der Atmosphäre“ herzustellen. Konkret geht es um eine Oberstufe einer Falcon-9-Rakete, die am 19. Februar 2025 unkontrolliert wieder in die Atmosphäre eintrat.

Lithium als Spurenelement

Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik konnte mithilfe eines lasergestützten Messsystems, bekannt als LIDAR, in einer Höhe von rund 100 Kilometern eine deutlich erhöhte Konzentration von Lithium feststellen. Forscher Robin Wing beschrieb den Befund gegenüber der BBC mit den Worten: „Wir sahen ein sehr starkes Signal, eine Verzehnfachung der Lithium-Dichte.“ Lithium eignet sich als Spurenelement besonders gut, weil es natürlicherweise nur in sehr kleinen Mengen in dieser Atmosphärenschicht vorkommt. Eine einzelne Falcon-9-Rakete enthalte dagegen rund 30 Kilogramm Lithium.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Communications Earth & Environment“ publiziert. Laut Space.com sei es „noch nie zuvor gelungen“, eine solche Verschmutzungswolke eindeutig einem einzelnen Wiedereintritt zuzuordnen.

Wachsende Trümmermenge

Besonderes Augenmerk richten die Forschenden auf Aluminium sowie das beim Verglühen entstehende Aluminiumoxid. Diese Substanzen könnten sowohl die schützende Ozonschicht als auch die Wärmebilanz der Atmosphäre beeinträchtigen. Über mögliche Langzeitfolgen fehlt es bislang jedoch an gesicherten Erkenntnissen.

Die Zahl der Satelliten- und Raketenstarts nimmt stetig zu – und damit auch die Menge an Material, das in die Atmosphäre zurückkehrt. Die Europäische Weltraumorganisation geht davon aus, dass täglich mehr als drei größere Trümmerteile aus dem Weltall in die Erdatmosphäre eintreten.

SpaceX hat sich zu den vorliegenden Forschungsergebnissen bislang nicht geäußert.

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KO KOSMO-Redaktion
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