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Datenschutz

Spionage-Apps tarnen sich als harmlose Taschenlampe

Spionage-Apps tarnen sich als harmlose Taschenlampe
quelle: istockfoto (Spionage app)
3 Min. Lesezeit |

Ein kleiner Punkt, eine große Wirkung: Was dieses Symbol auf dem Smartphone-Display wirklich bedeutet, wissen die wenigsten.

Ein kleines, aber bedeutsames Detail in der Statusleiste moderner Smartphones erfüllt eine wichtige Schutzfunktion: Ein grüner Punkt signalisiert Nutzerinnen und Nutzern von iPhones (ab iOS 14) sowie Android-Geräten (ab Android 12), dass Kamera oder Mikrofon gerade aktiv sind – bei manchen Android-Modellen wird auf diese Weise auch der GPS-Zugriff angezeigt. Das Ziel dahinter ist Transparenz: Wer sein Gerät gerade bewusst für Telefonate, Videokonferenzen oder Fotos nutzt, wird diesen Hinweis als selbstverständlich wahrnehmen. Problematisch wird es, wenn der Punkt aufleuchtet, ohne dass eine solche Nutzung erkennbar ist – denn das kann darauf hindeuten, dass eine App im Verborgenen aufzeichnet oder sich Schadsoftware Zugang verschafft hat.

Der Hintergrund dieser Funktion liegt in konkreten Datenschutzvorfällen: Nachdem bekannt wurde, dass verschiedene Apps – darunter selbst so unscheinbare Anwendungen wie Taschenlampen-Apps – heimlich Nutzerdaten erhoben und weiterverkauften, reagierten Apple und Google mit der Einführung dieser farbigen Statusanzeigen als festen Bestandteil ihrer Betriebssysteme.

Verdächtige Apps erkennen

Wer den Punkt bemerkt und wissen möchte, welche App dahintersteckt, kann einfach die Statusleiste nach unten ziehen oder direkt auf den Indikator tippen. Auf iPhones liefert das Kontrollzentrum die entsprechende Auskunft, Android-Geräte bieten darüber hinaus ein eigenes Privatsphäredashboard.

Erscheint der Punkt ohne nachvollziehbaren Grund, empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Zunächst sollte in der Statusleiste geprüft werden, welche App aktiv ist. Verdächtige Anwendungen lassen sich auf iPhones über den App-Switcher, auf Android-Geräten über die Multitasking-Ansicht beenden. Im nächsten Schritt sollten der betreffenden App die Berechtigungen für Kamera und Mikrofon entzogen werden – auf iPhones unter Einstellungen, dann Datenschutz und Sicherheit, auf Android-Geräten über Einstellungen, Sicherheit und Datenschutz sowie den Berechtigungsmanager.

Bei auffälligem Verhalten des Geräts empfiehlt sich unter Android zusätzlich der Einsatz eines Virenscanners. Als letzter Ausweg bleibt die Möglichkeit, das Gerät zu sichern und auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen.

Exodus Privacy nutzen

Wer Android-Apps gezielt auf versteckte Tracker und übermäßige Berechtigungen prüfen möchte, kann dafür die Web-App des Dienstes Exodus Privacy (kostenloser Analyse-Dienst) nutzen.

Für iPhone-Nutzer gilt dabei folgende Unterscheidung: Ein grüner Punkt zeigt an, dass die Kamera aktiv ist – gegebenenfalls gemeinsam mit dem Mikrofon. Ein oranger Punkt hingegen weist ausschließlich auf eine aktive Mikrofonnutzung hin. Auf Android-Geräten steht der grüne Punkt generell für den Zugriff auf Kamera, Mikrofon oder – je nach Gerät – den Standort.

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KO KOSMO-Redaktion
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