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KROATIEN

Spitäler gehen über: Patienten müssen ins Zelt

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(FOTO: iStock)

Kroatiens Spitäler haben ihr Limit erreicht, sodass Infizierte nun in Zelten behandelt werden müssen. Trotz der Lage verhängt das Land weiterhin keinen Lockdown.

Seit drei Wochen werden täglich Neuinfektionen im dreistelligen Bereich registriert. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bleiben weiterhin, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, relativ mild und dass, obwohl die Spitäler kaum mehr Kapazitäten haben.

Besonders in der Stadt Varazdin, im Norden des Landes, wird das deutlich. Dort wurden seit Dienstagabend drei Zelte aufgestellt mit einer jeweils 30 Betten zur Behandlung von Corona-Patienten. In dem Bezirk soll es in den letzten 24 Stunden, bei 534 Tests 242 CoV-Neuinfektionen gegeben haben, so berichtet „news.orf“.

Zusammenbruch des Gesundheitssystems
„Wir befinden uns im Kriegszustand“, erklärte der örtliche Krankenhausdirektor Nenad Kudelić laut kroatischen Medien. Das Spital sei an seine Grenzen gestoßen und behandelt über 200 an Covid-19 erkrankte Personen – 16 davon auf der Intensivstation (Stand Mittwoch).

Gegenüber der öffentlich-rechtlichen Medienanstalt HRT warnte Kudelić vor dem „Zusammenbruch des gesamten Gesundheitssystems“ und forderte dazu strengere Maßnahmen und weitere Einschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus.

Kein Lockdown
Seit Freitag wurden landesweit weitere Verschärfungen eingeführt. So dürfen künftig nur noch 25 Personen bei öffentlichen Versammlungen teilnehmen. Private Feiern sind auf zehn Personen beschränkt.

Kunst- und Kulturveranstaltungen werden auf eine Person pro vier Quadratmeter reduziert. Nachtclubs und Casinos müssen komplett schließen, wobei Lokale und Restaurants bis 22.00 Uhr geöffnet haben dürfen. Die neuen Maßnahmen sollen am Sonntag in Kraft treten und bis zum 15. Dezember andauern.

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