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Rohstoffboom

Srebrenica sitzt auf einem Schatz – Europa will ihn unbedingt

Srebrenica sitzt auf einem Schatz – Europa will ihn unbedingt
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Östliches Bosnien, ein kritisches Metall und zwei Konzerne im Wettlauf: Srebrenica steht vor einem Rohstoff-Boom mit europäischer Sprengkraft.

Die Region um Srebrenica und Bratunac im östlichen Bosnien-Herzegowina rückt zunehmend in den Blickpunkt internationaler Bergbaukonzerne – angelockt von Metallvorkommen, die für die europäische Industrie, die Energiewende und den Verteidigungssektor von wachsender strategischer Bedeutung sind. Im Mittelpunkt des Investoreninteresses steht dabei Antimon, ein Metall, das die Europäische Union offiziell zu den kritischen Rohstoffen zählt. Der Grund: Antimon findet Anwendung in der Rüstungsindustrie, der Munitionsproduktion, der Elektronik, in Batterien, Flammschutzmitteln sowie in einer Vielzahl von Hightech-Produkten.

Die Europäische Union führt Antimon in ihrer 2023 aktualisierten Liste der kritischen Rohstoffe, wobei der Critical Raw Materials Act insgesamt 34 kritische und strategische Rohstoffe definiert, darunter neben Antimon auch Lithium, Bauxit, Kupfer und Magnesium. Dieser rechtliche Rahmen unterstreicht die strategische Bedeutung der Vorkommen in Bosnien-Herzegowina für die europäische Versorgungssicherheit.

Bosnien-Herzegowina soll über Antimonreserven von rund 200.000 Tonnen verfügen – eine Zahl, die das Interesse ausländischer Unternehmen zusätzlich befeuert. Neben Antimon werden in der Umgebung von Srebrenica auch Vorkommen von Silber, Gold, Kupfer, Blei und Zink erkundet, allesamt Metalle mit Schlüsselrolle in der grünen Energiewirtschaft und der modernen Industrie. Auf vergleichsweise engem Raum im Osten des Landes laufen derzeit zwei umfangreiche Explorationsprojekte parallel – ein deutliches Signal dafür, dass das Interesse ausländischer Investoren spürbar zunimmt.

Parallele Explorationsprojekte

Jüngster Akteur in der Region ist das australische Unternehmen Regener8 Resources, das heuer das Projekt Srebrenica North mit einer Fläche von rund 80 Quadratkilometern übernommen hat. Nach der Projektübernahme wurden umgehend Feldarbeiten aufgenommen: Die erste Phase systematischer Bodenprobenahmen an den Standorten Zanik und Caus ist abgeschlossen, mehr als 200 Proben wurden entnommen. Als nächste Schritte stehen Laboranalysen, geophysikalische Untersuchungen sowie erste Explorationsbohrungen auf dem Programm.

Parallel dazu arbeitet das kanadische Unternehmen Terra Balcanica Resources seit mehreren Jahren am benachbarten Projekt Viogor. Heuer erhielt das Unternehmen eine neue Explorationslizenz, die die Fortsetzung der Untersuchungen für weitere sieben Jahre ermöglicht. Eine erste Bewertung der Erzvorkommen könnte bereits im kommenden Jahr vorliegen.

Außergewöhnliche Messwerte

Die bisherigen Ergebnisse haben in der internationalen Bergbaubranche Aufmerksamkeit erregt. Am Standort Cumavici wurden außergewöhnlich hohe Konzentrationen von Silber und Antimon nachgewiesen – darunter Querschnitte mit mehr als 600 Gramm Silberäquivalent pro Tonne Erz. In einer einzelnen Explorationsbohrung wurden sogar 2.115 Gramm Silberäquivalent pro Tonne gemessen, bei einem Antimongehalt von knapp zehn Prozent.

Experten mahnen jedoch zur Vorsicht: Bei diesen Werten handelt es sich um Ergebnisse aus Explorationsbohrungen, nicht um bestätigte Erzreserven. Bevor an eine Mineneröffnung zu denken wäre, müssen zunächst die Ressourcenbewertung abgeschlossen, wirtschaftliche Machbarkeitsstudien erstellt, alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt und die Finanzierung gesichert werden.

Wie ernst Terra Balcanica das Projekt nimmt, zeigt die Beauftragung des deutschen Beratungshauses DGWA, das das Vorhaben gegenüber europäischen Fonds und potenziellen Industriepartnern vertreten soll.

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KO KOSMO-Redaktion
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