Durchbruch im Tunnelbau bei Split: Nach erfolgreicher Sprengung im härtesten Gestein rückt die Verkehrsentlastung für die staugeplagte Region näher.
Die kroatische Straßenverwaltung meldet einen wichtigen Meilenstein im Infrastrukturprojekt bei Split: Die linke Röhre des Tunnels Gladnjici wurde erfolgreich durchbrochen. Diese Baumaßnahme ist Teil des größeren Projekts „Mravince – TTTS“, das vom österreichischen Baukonzern Strabag umgesetzt wird. Der Auftrag mit einem Volumen von 32,7 Millionen Euro (netto) wurde im Dezember 2024 vergeben und soll innerhalb von 24 Monaten abgeschlossen werden. Die rechte Tunnelröhre, 330 Meter lang, konnte bereits im November 2025 durchbrochen werden.
Der jüngste Durchbruch erfolgte durch eine kontrollierte Teilsprengung im Gestein der höchsten Schwierigkeitskategorie. In den kommenden Monaten stehen nun Betonarbeiten, der Fahrbahnbau und die technische Ausstattung des Tunnels an. Parallel laufen entlang der gesamten Trasse umfangreiche Erd- und Aushubarbeiten sowie der Bau von Dämmen. Auch die Betonarbeiten an den Überführungen Karepovac und Vidovaca sowie an einem Ölabscheider schreiten voran, ebenso wie die Installation von Lärmschutzmaßnahmen.
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Projektumfang
Das Gesamtprojekt umfasst neben dem 340 Meter langen Tunnel Gladnjici auch zwei Überführungen und einen Verkehrsknotenpunkt bei der Deponie Karepovac. Nach Erteilung der Standortgenehmigung im Frühjahr 2020 wurde das Vorhaben in sechs Bauphasen unterteilt. Die ersten drei Abschnitte betrafen den Kreisverkehr Mravnice samt Anschlussstraßen – ein Auftrag im Wert von 7,2 Millionen Euro, der ebenfalls an Strabag ging.
Auf der Baustelle sind derzeit rund 70 Arbeiter im Einsatz, unterstützt von 15 Ingenieuren und technischen Fachkräften. Diese personelle Ausstattung unterstreicht die hohe Priorität des Projekts für den Großraum Split. Nach aktuellem Zeitplan soll die Straße spätestens zwei Jahre nach Baubeginn fertiggestellt sein. Bei reibungslosem Verlauf der Genehmigungsverfahren könnte die Verkehrsfreigabe bereits Mitte 2027 erfolgen.
Flankierend hat die kroatische Regierung grünes Licht für die Finanzierung des Projekts „Straßenbau Solin – Stobrec – Dugi Rat – Omis, Teilstück Mravince – TTTS“ gegeben. Der Beschluss umfasst die Zustimmung zur Beantragung von EU-Fördermitteln sowie die Übernahme von Haushaltsbelastungen für den Zeitraum 2026 bis 2028. Das Verkehrsministerium erhält damit die Ermächtigung, das Verfahren zur Zuweisung europäischer Gelder einzuleiten und einen Vertrag über nicht rückzahlbare Fördermittel abzuschließen.
Strategische Ziele
Das Projekt verfolgt mehrere strategische Ziele: die Weiterführung der bereits begonnenen Straßenverbindung Solin – Omis, die Verbesserung der regionalen Mobilität durch bessere Anbindung ländlicher Gebiete, die Entlastung des bestehenden Straßennetzes sowie die Beseitigung von Verkehrsengpässen und die Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Ende September besichtigten der Bürgermeister von Split, Tomislav Suta, der Chef der kroatischen Straßenverwaltung, Ivica Budimir, und der Bürgermeister von Podstrana, Mijo Dropuljic, gemeinsam die Tunnelbaustelle. Bei diesem Termin kündigten sie zusätzliche Maßnahmen gegen die täglichen Verkehrsstaus auf der Staatsstraße D8 an.
Bürgermeister Suta betonte, dass der fertige Tunnel „das Leben der Menschen in Split, Solin, Podstrana und Omis deutlich erleichtern wird“, die besonders im Sommer unter kilometerlangen Staus leiden.