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Terrorprozess

Swift-Attentäter bricht vor Gericht in Tränen aus – Mutter zeigt Kinderfotos

Swift-Attentäter bricht vor Gericht in Tränen aus – Mutter zeigt Kinderfotos
FOTO: EPA-EFE/MATTEO BAZZI/zVg
4 Min. Lesezeit |

Bomben, Waffen, Messer – und der Wunsch nach weltweiten Schlagzeilen. Im Prozess um den geplanten Taylor-Swift-Anschlag werden neue Details enthüllt.

Vor dem Landesgericht Wiener Neustadt wird am Dienstag der Prozess gegen den 21-jährigen Beran A. fortgesetzt. Der junge Mann hatte im vergangenen Jahr geplant, beim Konzert von Taylor Swift in Wien ein Massaker anzurichten. Nachdem er am ersten Verhandlungstag ein Teilgeständnis abgelegt hatte, stehen nun die erschreckenden Einzelheiten seiner Anschlagsvorbereitungen rund um das Wiener Ernst-Happel-Stadion im Mittelpunkt.

Bereits beim Auftakt Ende April hatte Beran A., der beim Swift-Konzert im Sommer 2024 möglichst viele sogenannte „Ungläubige“ töten wollte, erschütternde Einblicke in seinen Radikalisierungsweg gegeben – und in sein Motiv: Geltungsdrang, um jeden Preis. Der Schulabbrecher hegte offenbar den Wunsch, internationale Schlagzeilen zu produzieren und als „Breaking News“ weltweit wahrgenommen zu werden. Beran A. bekannte sich zum Islamischen Staat und erklärte, den Attentäter des Wiener Terroranschlags von 2020 zu bewundern.

Anschlagsplan enthüllt

Auf die Frage der Richterin, ob er den Anschlag mit einer Bombe habe verüben wollen, antwortet Beran A.: „Ich wollte mich so stark wie möglich bewaffnen, dass ich wie ein Held rauskomme.“ Erneut macht er deutlich, dass er durch die Tat Berühmtheit angestrebt hatte – und dafür den größtmöglichen Schaden in Kauf nehmen wollte. „Es war so eine Idee, mit einem Lkw irgendwo reinzufahren. Mit Waffen, Bomben und Messern“, schildert er seine Überlegungen.

Den Lkw-Plan habe er verworfen, weil ihm der entsprechende Führerschein fehlte. „Ich hatte auch die Idee, vielleicht schleich ich mich als Security ein.“ Tatsächlich war er seit dem 11. Juli Mitglied in einer Security-Gruppe. In der Abwesenheit seiner Eltern, die sich zu dieser Zeit in Nordmazedonien im Urlaub befanden, habe er die Bombe „zuhause probieren“ wollen.

Immer wieder kehrt das Gespräch zu den Schlagzeilen zurück, die der Angeklagte mit seiner Tat erzeugen wollte. Über die Absage des Konzerts, von der er in Untersuchungshaft erfahren hatte, sagt er: „In U-Haft hab ich gesehen, dass das Konzert abgesagt wurde. Ich musste lachen.“ Er habe sich dabei gedacht, „dass es geklappt habe, ohne dass ein Mensch sterben musste“.

Im weiteren Verlauf der Befragung verändert sich die Stimmung abrupt: Das Lächeln weicht, Beran A. bricht in Tränen aus – ausgelöst offenbar durch die Erinnerung an Kinderfotos, die ihm seine Mutter während der Untersuchungshaft gezeigt hatte. Seine Verteidigerin Anna Mair reicht ihm ein Taschentuch, die Verhandlung wird kurz unterbrochen.

Mitangeklagter Arda K.

Der zweite Prozesstag hatte zunächst mit der Einvernahme des mitangeklagten Wieners Arda K. begonnen. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit Hasan E. und Beran A. Anfang 2024 einen Anschlag in Istanbul geplant zu haben. Beiden in Wiener Neustadt angeklagten Männern werden terroristische Vereinigung sowie versuchter Mord als Beitragstäter zur Last gelegt.

Arda K. war bereits in seiner Wiener Schule aufgefallen. Der Schuldirektor hatte seine Radikalisierung bereits im Jahr 2023 gemeldet und beklagte zunehmend negativen Einfluss auf den Unterricht. Die Polizei stattete ihm daraufhin zwar einen Besuch ab – den Anschlag in der Türkei, der mit einem Messer geplant war und zum Glück unvollendet blieb, konnte der junge Mann Anfang 2024 dennoch ungehindert vorbereiten.

Hasan E. habe ihm ein Einwegticket nach Istanbul besorgt: „Es war ja das Ziel, dass ich dort draufgehe.“ Letztlich sei er jedoch davor zurückgeschreckt, Menschen mit einem Messer anzugreifen. Festgenommen wurde Arda K. im Jahr 2025 – im Zuge der Ermittlungen gegen Beran A., durch die auch der frühere Anschlagsplan ans Licht kam.

„Das war zwei Wochen vor der Matura. Das war ein bissl blöd.“

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KO KOSMO-Redaktion
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